Syrien von

250.000 Flüchtlinge

Im Bürgerkriegsland spitzt sich Lage weiter zu – Angelina Jolie besucht Flüchtlingscamp

Flüchtlinge aus Syrien in UNHCR-Flüchtlingslager © Bild: Reuters/MUHAMMAD HAMED

Wegen des blutigen Konflikts in Syrien ist nach Angaben der Vereinten Nationen inzwischen mehr als eine Viertelmillion Menschen außer Landes geflohen. Letzte Zahlen zeigten, dass mehr als 253.000 Menschen Syrien verlassen hätten, sagte ein Sprecher des UN-Hochkommissariats für Flüchtlinge (UNHCR) am Dienstag in Genf. Allein in Jordanien wurden demnach gut 85.000 Flüchtlinge gezählt. Syrien sei damit derzeit "die größte Krise", die das Flüchtlingskommissariat betreue, sagte der Sprecher.

UN-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres will sich am Dienstag vor Ort in Jordanien ein Bild von der Lage machen. Er wird dabei von US-Schauspielerin Angelina Jolie begleitet, die UNHCR-Sonderbotschafterin ist. Jolie kam bereits in der Nacht in Jordanien an und besuchte unter dem Schutz jordanischer Soldaten Familien, die jüngst aus Syrien über die Grenze geflohen waren. Gemeinsam mit Guterres will Jolie das Flüchtlingslager Saatari besuchen. Später ist ein Treffen mit Jordaniens König Abdullah II. und Regierungsvertretern vorgesehen.

Ex-General fordert Bewaffnung

Der im Juli desertierte syrische General Manaf Tlass hat sich gegen eine Intervention des Auslands im Syrien-Konflikt "in welcher Form auch immer" ausgesprochen. Zugleich forderte er Waffenlieferungen an die Rebellen. Eine gut organisierte und bewaffnete Rebellenarmee könne "einen Sieg" davontragen. Tlass warnte auch vor einem Einsatz von Chemiewaffen durch die syrische Armee. Wenn die syrische Führung sich in die Enge getrieben fühle, sei der Einsatz von Chemiewaffen eine "mögliche Strategie".

Der ehemalige Vertraute von Syriens Präsident Bashar al-Assad hat bei seiner Flucht aus dem Land nach eigenen Angaben Hilfe aus Frankreich erhalten. Französische Geheimdienste hätten ihm geholfen, das Land zu verlassen, sagte Tlass am Montagabend dem französischen Sender BFMTV. Er hatte sich Anfang Juli offiziell von Assad losgesagt, was als schwerer Schlag für die syrische Führung gewertet wurde.

Assad setzt auf Religion

Das syrische Regime setzt auf religiöse Rhetorik. Die Tageszeitung "Al-Watan", die Präsident Bashar al-Assad nahesteht, schrieb am Dienstag, die Ordnungspolizei habe über Dörfern im Osten von Damaskus per Hubschrauber Flugblätter abgeworfen. Darin seien die Kämpfer im Namen des Islams aufgefordert worden, ihre Waffen niederzulegen.

Die Zeitung zitierte: "Benutze deine Verstand, die Religion ist Glaube, die Religion ist Nächstenliebe, die Religion ist Toleranz, die Religion ruft nicht zum Töten auf." Aus dem Umland von Damaskus meldeten Aktivisten Gefechte zwischen Regierungstruppen und Deserteuren. 18 Menschen sollen landesweit getötet worden sein.

Kommentare

Zig tausende Flüchtlinge! Da kommen offenbar heisse Zeiten auf Europa zu. Nun gilt es, aufgrund des anhaltenden Migrationsdruckes, die europäischen Sozialwerke mit Steuergeldern weiter auszubauen. Der anhaltende Zustrom an unqualifizierten Migranten kann nur mit sicheren Sozialwerken aufgefangen werden. Daher sind wenn nötig die Steuern in der EU für die arbeitenden Einheimischen zu erhöhen.

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