Syphilis von

Durchhänger: Porno-Stopp in den USA

Nach einem Krankheitsfall muss die US-Pornoindustrie eine Zeit lang pausieren

Syphilis - Durchhänger: Porno-Stopp in den USA © Bild: Corbis

Das Lustzentrum der amerikanischen Pornoindustrie leidet derzeit unter einem massiven Durchhänger. Nachdem einer der geschätzten rund 1.000 in Los Angeles umtriebigen Darsteller positiv auf Syphilis getestet wurde, steht das ganze Werkl seit dem Wochenende still. Der - bisher anonyme - Betroffene hatte nämlich zuvor wochenlang mit einem gefälschten Gesundheitszeugnis gearbeitet.

Inzwischen hat sich die Branche in den gesamten USA zu einem Moratorium verpflichtet, nachdem beim Los Angeles County Health Department bereits mehrere Syphilis-Fälle aus dem Umfeld der Darsteller gemeldet wurden. Ärzte haben nun allen Darstellern landesweit die Einnahme von Antibiotika empfohlen, dann könnte die Branche in zehn Tagen zur Arbeit zurückkehren.

"Natürlich sind die Gesundheit und das Wohlergehen unserer Darsteller das Wichtigste in unserer Branche", sagt Diane Duke, Geschäftsführerin der "Free Speech Coalition" (FSC). Die FSC ist der Fachverband der US-Pornoindustrie und hat auch das Moratorium ausgerufen.

Streit um Kondompflicht
Der Vorfall befeuert natürlich auch die Kondomdebatte von neuem. Seit langem fordert eine Initiative eine Kondompflicht für Pornodarsteller in Kalifornien. So hatte bereits 2004 ein HIV-positiver Darsteller mehrere Kolleginnen und Kollegen mit dem Virus infiziert - auch er kam mit einem gefälschten Gesundheitszeugnis durch. Die Branche wehrt sich dennoch mit Händen und Füßen gegen die Gummipflicht und befürchtet massive Gewinneinbrüche. Niemand wolle Kondome in Pornos sehen, so die Argumentation der Produzenten.

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