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Swiss Leaks: Geheime
Bankdaten ausgewertet

Auch österreichische Kunden dürften Vermögen vor der Finanz versteckt haben

Schließfächer in einer Bank © Bild: Thinkstock

Weltweite Journalisten-Recherchen legen offen, welche Geschäfte eine Bank für betuchte Kunden in der Schweiz unter dem Schutz des berühmt-berüchtigten Bankgeheimnisses getätigt hat. NEWS ist exklusiver Österreich-Partner des internationalen Investigativ-Netzwerks ICIJ und von „Le Monde“ beim Projekt „Swiss Leaks“. In den geheimen Bankdaten finden sich auch 399 Personen bzw. Firmen mit Österreich-Bezug.

Wien. Viele Jahrzehnte lang galt das Schweizer Bankgeheimnis als das denkmögliche Höchstmaß absoluter Vertraulichkeit. Was unter dieser undurchdringlichen Decke des Schweigens tatsächlich stattgefunden hat, kommt nun erstmals in großem Rahmen ans Licht der Öffentlichkeit.

Das Nachrichtenmagazin NEWS ist exklusiver Österreich-Partner des „International Consortium of Investigative Journalists“ (ICIJ) und von „Le Monde“ beim weltweiten Investigativ-Projekt „Swiss Leaks“. Dabei wurden geheime Bankdaten von mehr als 100.000 früheren Kunden der HSBC Private Bank in der Schweiz ausgewertet. Das Vermögen auf den mit diesen Kunden in Beziehung stehenden Konten belief sich in den Jahren 2006/2007 kumuliert auf mehr als 100 Milliarden US-Dollar.

Laut ICIJ-Recherchen profitierte HSBC unter anderem von Geschäften mit Waffenhändlern, Mittelsmännern von Diktatoren, Händlern von Blutdiamanten und anderen internationalen Kriminellen. In den Daten finden sich jedoch auch Namen von berühmten Sportlern, Rock-Stars, Schauspielern, Adeligen, Politikern und Firmenmanagern.

Auf der geheimen Liste finden sich 399 Personen bzw. Firmen mit Österreich-Bezug. Ihr auf HSBC-Konten liegendes Vermögen belief sich in den Jahren 2006/2007 mehr als 1,2 Milliarden US-Dollar. NEWS hat in den Daten Hinweise darauf gefunden, dass HSBC in der Vergangenheit österreichische Kunden dabei unterstützt haben dürfte, Vermögen vor der Finanz zu verstecken. Dies trifft – und das sei ausdrücklich betont – jedoch nicht auf alle Kunden zu.

HSBC betont in einer umfassenden Stellungnahme, dass in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen gesetzt wurden, um zu verhindern, dass Bankdienstleistungen benutzt würden, um Steuern zu vermeiden oder Geld zu waschen. Man habe die Geschäftsbeziehung mit Kunden beendet, bei denen es Bedenken gegeben hätte, und Konten geschlossen, heißt es in der Stellungnahme: „Wir kooperieren auch mit den relevanten Behörden, die diese Angelegenheiten untersuchen, erkennen frühere Kontrollversäumnisse an und übernehmen dafür die Verantwortung.“ Die Stellungnahme ist vollständig im Internet abrufbar (http://www.hsbcprivatebank.com/~/media/pdf/update-on-the-swiss-private-bank.pdf).

NEWS wird in den kommenden Tagen auf www.news.at über die wesentlichen Entwicklungen bei „Swiss-Leaks“ berichten und in seiner Print-Ausgabe am kommenden Donnerstag die Österreich-Aspekte im Detail beleuchten. Geplant ist auch, die Namen prominenter Personen zu veröffentlichen, die sich auf der Liste befinden.

NEWS war bereits beim Projekt „Offshore Leaks“ Österreich-Partner des ICIJ.

Kommentare

Da kommt Freude auf, wenn wir erfahren, dass wir wieder ein gewaltiges Stück der Steuergerechtigkeit näher gekommen sind. Das ist jedoch nicht das Verdienst der dazu berufenen Politiker, die im Gegenteil noch immer ihre Hände schützend über die Steuerhinterzieher halten, sondern das internationaler Zeitungen, die sich vernetzt haben, um diesen Verbrechern den Kampf anzusagen.

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