Banken-Skandal von

Swiss-Leaks: Die Liste der
prominenten Österreicher

Swarovski, Schlaff und Kohn nehmen zu Bankkonten Stellung

HSBC-Logo bei Nacht © Bild: Harold Cunningham/Getty Images

Prominente Österreicher, die auf der nun öffentlichen Kundenliste des Schweiz-Ablegers der HSBC-Bank aufscheinen, betonen, nichts Unrechtes getan zu haben. "News", das in Österreich exklusiv an den "Swiss-Leaks"-Recherchen beteiligt war, nennt in seiner aktuellen Ausgabe mehrere bekannte Österreicher. Die meisten der HSBC-Kontoinhaber versicherten dem Magazin, alle Steuern ordnungsgemäß bezahlt zu haben.

Die Daten, die dem Journalisten-Aufdeckerkonsortium ICIJ vorliegen, bringen laut "News" in Österreich bekannte Personen mit Konten in Verbindung, die großteils auf Offshore-Firmen bzw. Buchstaben-/Zahlenkombinationen lauteten.

Zwei Namen der Swarovski-Familie

Auf der HSBC-Liste, die ein Ex-Bankmitarbeiter entwendet und 2009 an die französischen Steuerbehörden übergeben hat, finden sich laut "News" unter anderem zwei Namen aus der Swarovski-Familie. Bei einem, Helmut Swarovski, gehe aus den Daten nicht hervor, um welche Art von Konto es sich gehandelt hat. Auf Anfrage des Magazins hieß es dazu von Swarovski-Seite, dass das Konto 2007 eröffnet worden sei, um Einzahlungen für ein geplantes Investment zu tätigen. Das Investment habe im Endeffekt nicht stattgefunden, das Konto sei daher wieder geschlossen worden. Die Kontoeröffnung bei HSBC sei von der Gegenseite verlangt worden. Alles sei stets ordnungsgemäß deklariert worden. Es habe sich nicht um ein Konto im Namen Helmut Swarovkis gehandelt, sondern um eines "seiner Holdinggesellschaft".

In den Unterlagen findet sich laut "News" auch die "Wulfenia Beteiligungs GmbH" als wirtschaftlich Berechtigte eines Kontos mit der Bezeichnung "Katania Enterpise Corp.". Eigentümer der "Wulfenia"-Gesellschaft sei über mehrere Zwischenstufen Gernot Langes-Swarovski, der den Kristallkonzern bis 2002 gelenkt hat. Der Vermögenshöchststand im Zeitraum 2006/07 belief sich laut den Daten auf zehn Mio. US-Dollar, schreibt "News".

"Wulfenia" nicht mehr in Kundenbeziehung zu HSBC

Nach Swarovski-Angaben steht die Firma "Wulfenia" aber schon lange nicht mehr in einer Kundenbeziehung mit der HSBC-Bank. Das Magazin zitiert dazu folgende Stellungnahme: "Die Wulfenia Beteiligungs GmbH hat die Geschäftsbeziehung mit der HSBC Private Bank (Suisse), welche auf die Finanzierung eines Hotelprojekts in Kanada ausgerichtet war, im August 2006 mit Verlust beendet. Der Vorgang wurde den Steuerbehörden im Rahmen einer Betriebsprüfung bereits offen gelegt, und es ergaben sich daraus keine Feststellungen, die zu einer Änderung von ergangenen Bescheiden oder eingereichten Steuererklärungen geführt hätten."

Weiters soll - laut "News" - der Milliardär Martin Schlaff in Zusammenhang mit vier Konten bei der Schweizer Bank stehen: mit einem Nummernkonto und drei Konten mit den Namen "Universal Finanz Holding AG", "Universal Capital Bank" und "UC Financial Limited". Lediglich letzteres Konto dürfte "News" zufolge noch aktiv gewesen sein, wobei Schlaff hier als einer der wirtschaftlich Berechtigten genannt sei. Der Vermögenshöchststand im Zeitraum 2006/07 habe sich auf 7,7 Mio. Dollar belaufen. Ein Schlaff-Sprecher teilte "News" dazu mit, dass die Konten bei der HSBC - damals Republic-National Bank of New York - in Zusammenhang mit den drei genannten Unternehmen gestanden seien, "bei denen Herr Martin Schlaff Organ-bzw. Aktionärsfunktion ausübte. Diese Funktionen wurden den österreichischen Behörden selbstverständlich nie verheimlicht und daraus resultierende Einkünfte ordnungsgemäß in Österreich versteuert."

Karin Exner-Wöhrer ebenso auf der Liste

Eine andere in den HSBC-Daten aufscheinende Person ist laut dem "News"-Bericht Karin Exner-Wöhrer, Mitglied einer bekannten Salzburger Industriellenfamilie und Finanzchefin der Salzburger Aluminium AG. Dem Magazin zufolge scheint Exner-Wöhrer in Zusammenhang mit einem Konto auf, dessen Bezeichnung letztendlich einem Nummernkonto gleichkommen würde. Exner-Wöhrer dazu zu "News": Sie könne mit dieser Kontobezeichnung "gar nichts anfangen". Sie habe kurz ein HSBC-Konto gehabt, dieses aber aufgelöst, da die Bank damals keine Ertragsaufstellung für die Steuererklärung machen habe können. Sie habe alles versteuert.

Auch die in der Schweiz lebende Bankerin Sonja Kohn, eine wichtige Geschäftspartnerin des verurteilten US-Milliardenbetrügers Bernard Madoff, wird in dem "News"-Bericht genannt. Ihr Anwalt Clemens Trauttenberg sagte dem Magazin, dass in Bezug auf das HSBC-Konto - auch steuerlich - alles korrekt gewesen sei.

Ebenfalls auf der Liste findet sich dem Bericht zufolge Gabor Rose, Chef der Modekette Jones, und zwar in Zuasmmenhang mit einem Konto, das im Mai 2002 eröffnet und im Jänner 2004 geschlossen worden sein soll. Rose richtete "News" aus, "kein Interesse" an einer Stellungnahme zu haben.

HSBC betont in einer umfassenden Stellungnahme, dass in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen gesetzt wurden, um zu verhindern, dass Bankdienstleistungen benutzt würden, um Steuern zu vermeiden oder Geld zu waschen. Man habe die Geschäftsbeziehung mit Kunden beendet, bei denen es Bedenken gegeben hätte, und Konten geschlossen, heißt es in der Stellungnahme: „Wir kooperieren auch mit den relevanten Behörden, die diese Angelegenheiten untersuchen, erkennen frühere Kontrollversäumnisse an und übernehmen dafür die Verantwortung.“ Die Stellungnahme ist vollständig im Internet abrufbar (http://www.hsbcprivatebank.com/~/media/pdf/update-on-the-swiss-private-bank.pdf).

HSBC jetzt zur Zusammenarbeit bereit

Die Schweizer Tochtergesellschaft der britischen Großbank HSBC ist nach Angaben der Brüsseler Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit Steuerbetrugsvorwürfen zur Zusammenarbeit mit der belgischen Justiz bereit. Der zuständige Richter habe daher seine Drohung zurückgenommen, gegen Manager der Gesellschaft internationale Haftbefehle zu erlassen, teilten die Strafermittler am Mittwoch mit.

Kommentare

Oliver-Berg

Die beste Wuchten kam von der Frau Finanzvorständen von Papis Gnaden, Karin Exner-Wöhrer. Man stelle sich vor eine global tätige Bank, kann keine Ertragsauftstellung für ein Konto eines Ihrer vermögenden Kundinnen aufstellen? Für wie blöd hält die Lady die Finanz?

Alle sollten den Namen "Hase" in ihre Dokumente eintragen lassen :-)

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