Svindal gewinnt Super-Kombi: Norweger
ist der Allrounder-Champ von Beaver Creek

3. Platz für Schönfelder nach toller Slalom-Bestzeit Halbzeit-Leader Miller und Favorit Raich rausgeflogen

Svindal gewinnt Super-Kombi: Norweger
ist der Allrounder-Champ von Beaver Creek

Aksel Lund Svindal hat in Beaver Creek die erste Super-Kombination des WM-Winters gewonnen. Von Platz 20 nach der Abfahrt stürmte der Norweger mit zweiter Laufzeit im Slalom zu seinem dritten Weltcup-Sieg, dem ersten in einer Kombi. Der 23-jährige Allrounder gewann 0,19 Sek. vor dem Schweizer Marc Berthod und 0,37 vor dem Österreicher Rainer Schönfelder, der damit die Ehre der Österreicher rettete. Topfavorit Benjamin Raich schied nach einer schwachen Abfahrt (Platz 30) im Slalom aus.

Dass Raich, der von bisher vier Superkombis drei gewonnen hatte, damit eine Riesenchance vergab, bewies Schönfelder. Der Kärntner war nach einem groben Fehler in der letzten Kurve der Abfahrt gar nur 31. gewesen, kämpfte sich dann aber durch einen starken Slalom sogar noch auf das Podest.

Als "Sieger" hatten viele schon den in der Abfahrt überragenden Bode Miller gesehen. Doch der US-Star schied, nachdem er die Abfahrt klar vor Christoph Gruber und Mario Scheiber gewonnen hatte, schon nach fünf Slalomtoren aus. Damit muss Miller auf den ersten von 14 angepeilten Saisonsiegen ebenso weiter warten wie auf seinen ersten Sieg auf den neuen Head-Skiern. Millers großes Ziel ist es, die von Ingemar Stenmark und Hermann Maier gehaltene Bestmarke von 13 Saisonsiegen zu brechen.

Schwere Abfahrt und viele Stürze
Die erste Super-Kombination in Nordamerika entwickelte sich auf der superschweren Raubvogelpiste trotz prächtigem Winterwetter zu einem wahren Marathon. Allein die Abfahrt dauerte wegen einiger Stürze an die zweieinhalb Stunden. Die Entscheidung im Slalom fiel, als die Sonne schon längst hinter den Bergen verschwunden war.

Dass erstmals seit Kitzbühel 2004 der Sieg in einer Kombination nicht an einen ÖSV-Läufer ging, zeichnet sich schon nach der Abfahrt ab. "Ein Austritt an der blödesten Stelle oben, das hat sich bis ins Ziel ausgewirkt", erklärte Raich da seine 2,6 Sekunden Rückstand auf Miller. Es war letztlich egal, denn im Slalom kam dann ohnehin das Out für den Pitztaler. "Ich war bei der letzten Kante zu direkt. Aber ich war schnell, hätte weit nach vorne fahren können", sagte der Tiroler, der danach aber einen Verzicht auf die Spezialabfahrt am Freitag erwog.

Was Raich misslang, klappte bei Schönfelder, der Slalom-Bestzeit markierte. "Obwohl ich in der Abfahrt die letzte Kurve verhaut habe", sagte der nach Durchgang eins noch wütend gewesene Kärntner. Platz drei im Endklassement versöhnte ihn sehr. "Oben war ich im Slalom sogar noch zu verhalten und die Kante, bei der Benni raus ist, war total schwer zu fahren. Gut zu sehen, dass wieder etwas geht bei mir", freute sich Schönfelder.

Walchhofer experimentiert, Miller verliert die Nerven
Gelassen nahm Michael Walchhofer (im Slalom ebenfalls out) seine mäßige Abfahrtsleistung (+1,14) hin. Angesichts Temperaturen von minus 27 Grad am Start hatte der Salzburger für die Spezialabfahrt einiges am Ski probiert, ist doch Atomic bei extrem tiefen Temperaturen nicht so überlegen. "Ich hab ein bissl experimentiert, außerdem bin oben zu direkt gefahren und die anderen sind auch keine Blinden", betonte der Abfahrts-Weltcupsieger aus Salzburg, gab sich aber locker. "Wenn ich in der Abfahrt mein Rennen fahre, muss ich mir keine Sorgen machen."

Enttäuscht waren die US-Zuschauer über Miller. "Diese Abfahrtsleistung war grandios", lautete der Kommentar von Ex-Rennläufer Mario Reiter, der auch Vertreter von Millers neuem Kopfsponsor Superfund ist.

Miller hatte sich vergangenen Saison so oft missinterpretiert gefühlt, dass er derzeit mit Interviews sehr geizt und außer Sponsor-Auftritte kaum PR-Termine absolviert. "Er ist nun mal der bunteste Vogel im Skizirkus. Das ist aber auch der Grund, warum wir ihn haben wollten", erklärte Reiter.

Endstand:
1. Aksel Lund Svindal NOR 2:06,74 1:15,10 51,64
2. Marc Berthod SUI 2:06,93 +0,19 1:14,25 52,68
3. Rainer Schönfelder AUT 2:07,11 +0,37 1:15,91 51,20
4. Peter Fill ITA 2:07,21 +0,47 1:14,41 52,80
5. Ales Gorza SLO 2:07,69 +0,95 1:15,20 52,49
6. Ondrej Bank CZE 2:07,72 +0,98 1:15,48 52,24
7. Jean-Baptiste Grange FRA 2:07,84 +1,10 1:15,47 52,37
8. Didier Defago SUI 2:08,42 +1,68 1:14,17 54,25
9. Niklas Rainer SWE 2:08,47 +1,73 1:15,63 52,84
10. Ted Ligety USA 2:08,54 +1,80 1:14,88 53,66
11. Pierre Paquin FRA 2:08,69 +1,95 1:15,91 52,78
12. Francois Bourque CAN 2:08,82 +2,08 1:14,35 54,47
13. Steven Nyman USA 2:08,95 +2,21 1:14,23 54,72
14. Lars Myhre NOR 2:09,00 +2,26 1:16,22 52,78
15. Jens Byggmark SWE 2:09,07 +2,33 1:16,90 52,17
16. Patrick Staudacher ITA 2:09,78 +3,04 1:14,39 55,39
17. Mario Scheiber AUT 2:09,80 +3,06 1:14,07 55,73
18. Christoph Gruber AUT 2:10,11 +3,37 1:13,47 56,64
19. Christoph Dreier AUT 2:11,30 +4,56 1:17,31 53,99
20. Andrej Sporn SLO 2:11,37 +4,63 1:14,55 56,82
21. Marco Sullivan USA 2:11,38 +4,64 1:15,18 56,20
22. Romed Baumann AUT 2:11,82 +5,08 1:15,57 56,25
23. Natko Zrncic-Dim CRO 2:12,17 +5,43 1:17,26 54,91
24. Florian Eisath ITA 2:12,61 +5,87 1:16,80 55,81
25. Filip Trejbal CZE 2:12,87 +6,13 1:18,33 54,54
26. Davide Simoncelli ITA 2:13,09 +6,35 1:17,55 55,54
27. Jimmy Cochran USA 2:13,15 +6,41 1:19,11 54,04
28. Noel Baxter GBR 2:14,76 +8,02 1:16,44 58,32

Ausgeschieden:

Im Slalom, u.a.: Benjamin Raich, Michael Walchhofer (AUT), Bode Miller (USA)

In der Abfahrt, u.a.: Mario Matt, Hannes Reichelt (beide AUT)

(apa/red)