SV Ried von

Fuchsbichler coacht Ried

Bisheriger Co von Josef Hickersberger wechselt aus arabischen Emiraten ins Innviertel

SV Ried - Fuchsbichler coacht Ried © Bild: GEPA/Oberländer

Mit Neo-Trainer Heinz Fuchsbichler bleibt die SV Ried auch in der kommenden Saison ihrer Tradition treu - große Namen sind Sache des Bundesligisten aus dem Innviertel nicht. Die Bestellung des 44-jährigen Steirers, der bisher vor allem in der zweiten Liga (FC und Austria Lustenau) bzw. bei Bundesligist Altach (2008) tätig war, passt durchaus zur Liste seiner zumeist wenig prominenten Vorgänger.

Fuchsbichler arbeitet noch bis zu Saisonende als Assistent des ehemaligen ÖFB-Teamchefs Josef Hickersberger bei Al Wahda in den Vereinigten Arabischen Emiraten und folgt auf Paul Gludovatz (sportlichen Geschäftsführer), der sich im März Richtung Sturm Graz verabschiedet hatte. Interimistisch war Ried von Gerhard Schweitzer geführt worden, der nun plangemäß wieder als Co-Trainer fungieren wird. Fuchsbichler tritt seinen Job am 1. Juni an.

Die Ernennung von Fuchsbichler, der als Spieler u.a. für GAK, DSV Alpine, Vorwärts Steyr und SW Bregenz kickte, kam durchaus überraschend. Er begann seine Trainerkarriere Anfang des Jahrtausends in der Vorarlberger Akademie, wechselte später zu FC und Austria Lustenau sowie Altach, wo er im August 2008 nach rund einem Dreivierteljahr den Sessel räumen musste.

"Vom Typ her ein klassischer Innviertler"
Obwohl er keine großen Erfolge vorweisen kann, ist Fuchsbichler für Ried-Manager Stefan Reiter der richtige Mann am richtigen Ort. "Entscheidend ist, dass er zum Club passt, nicht seine Vorerfolge. Das ist eine Milchmädchenrechnung", sagte Reiter, der Architekt und Hüter der Rieder Aufbau-Philosophie. "Er hat Akademie-Vergangenheit, ist ein Teamplayer und Entwickler und passt zu 100 Prozent in unser vorgegebenes Profil. Er verkörpert eine moderne Art des Fußball-Denkens. Vom Typ her könnte er ein klassischer Innviertler sein."

Fuchsbichler selbst kann sich mit dieser Sichtweise voll identifizieren. "Ich glaube, ich bin schon einer, der eine gewisse Bodenständigkeit hat, der viel mit Jungen gearbeitet und auf sie gesetzt hat. Trainer sollen auch Spieler entwickeln", meinte der neue Coach, dessen Karriere eigentlich schon zu Ende schien.

Junge Trainerkarriere stockte
Der zweifache Familienvater und Inhaber einer Handelsagentur hatte jedenfalls bereits seinen Frieden mit dem Trainer-Ruhestand gemacht. "Ich war ein junger Coach in der zweiten Liga, und es schien irgendwie vorgezeichnet, dass der Weg stets bergauf geht", meinte er zu seinen Engagements im "Ländle". Doch das abrupte Ende in Altach brachte auch eine Karrierezäsur, eineinhalb Jahre herrschte Funkstille.

"Ich dachte, das war's mehr oder weniger. Und das war auch in Ordnung", erinnerte sich Fuchsbichler. "Vielleicht muss man auch so eine Durststrecke durchleben, um sich menschlich weiterzuentwickeln. Ich habe mich jedenfalls nie aufgedrängt." 2010/11 übernahm er zwar den unterklassigen FC Wolfurt und gehörte dem Trainerstab des U21-Teams von Liechtenstein an - doch erst Hickersbergers Ruf aus der Wüste brachte die Wende.

Nach seiner Präsentation wird sich Fuchsbichler noch mit seinem Trainerteam - Schweitzer, Michael Angerschmid und Werner Pentz - zusammensetzen, um erste Gespräche zu führen. Danach geht es nochmals zurück in die VAE, wo für das derzeit auf Platz fünf liegende Al Wahda am Sonntag das letzte Saisonspiel am Programm steht. Mit der Meisterschaft endet auch für das rot-weiß-rote Trainertrio Hickersberger-Fuchsbichler-Klaus Lindenberger eine "Riesenerfahrung".