Suzuki gegen VW von

Partnerschaft soll gerettet werden

VW-Management bemüht sich bei der IAA in Frankfurt Eskalationen zu vermeiden

Suzuki gegen VW - Partnerschaft soll gerettet werden © Bild: APA/DPA/Erichsen

Volkswagen bemüht sich nach den von Suzuki geäußerten Trennungsabsichten um eine Rettung der Partnerschaft. Das gesamte Management einschließlich des mächtigen VW-Aufsichtsratschefs Ferdinand Piech war am Montagabend im Vorfeld der wichtigen Automesse IAA in Frankfurt bemüht, eine weitere Eskalation des Streits mit den Japanern zu verhindern. Konzernchef Martin Winterkorn sagte im Anschluss an eine Präsentation von neuen Automodellen des Wolfsburger Konzerns - darunter dem Kleinwagen Up! - man befinde sich "in schwierigen Verhandlungen" mit Suzuki. Daher wolle er sich zunächst nicht öffentlich zu dem Thema äußern. Ähnlich zugeknöpft gab sich Piech.

Der japanische Kleinwagen- und Motorradspezialist hatte zuvor die vor knapp zwei Jahren mit Europas größtem Autobauer eingegangene Allianz aufgekündigt, weil er um seine Eigenständigkeit fürchtet. Suzuki-Chef Osamu Suzuki bot den Wolfsburgern an, die von VW gehaltenen Aktien zurückzukaufen. Der japanische Konzern wolle technische Neuentwicklungen künftig alleine vorantreiben.

Volkswagen hatte die Japaner am Wochenende des Vertragsbruchs bezichtigt und damit den seit Monaten schwelenden Konflikt eskaliert. Suzuki habe unzulässigerweise Dieselmotoren von Fiat bezogen. Der deutsche Konzern setzte seinem Partner daraufhin die Pistole auf die Brust und räumte ihm eine mehrwöchige Frist ein, um "diesen Sachverhalt zu korrigieren".

Friedenssignale von allen Seiten
Auch VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch sandte Friedenssignale an Suzuki: Der deutsche Konzern habe seinen Standpunkt deutlich gemacht. Nun hätten die Japaner einige Woche Zeit, "dann werden wir sehen wie es weitergeht". VW gehe davon aus, dass man sich einigen werde. "Wir beschäftigen uns jetzt nicht mit irgendwelchen Alternativszenarien", antwortete Pötsch auf die Frage, ob VW den Verkauf seiner Beteiligung von knapp 20 Prozent an Suzuki erwäge.

Piech, der bei solchen Gelegenheiten vor Journalisten gerne öffentlich über die Vergrößerung des Einflussbereichs von Volkswagen nachdenkt, wollte diesmal keine Übernahmefantasien anheizen. Gefragt, ob sich Volkswagen weitere Marken einverleiben wolle, antwortete der Porsche-Enkel: "Wir sind groß genug." Bei früheren Messeauftritten hatte der 74-Jährige die Fiat-Tochter Alfa Romeo noch als Wunschkandidaten für einen Zukauf bezeichnet. Suzuki hatte er schon einmal als Marke im VW-Riesenreich mitgezählt.

Auch Konzernchef Winterkorn stimmte verhaltene Töne an: "Erfolg und Größe sind nicht eine Frage von Marktanteilen, Umsatz und Rendite." Um an die Spitze der Automobilindustrie zu gelangen, gehöre neben zufriedenen Kunden, motivierten Beschäftigten, einem sparsamen Umgang mit Ressourcen und die Nutzung regenerativer Energien auch ein fairer und sachlicher Dialog mit den Kritikern. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hatte VW mangelnden Klimaschutz vorgeworfen. Dem hielt der Konzern Erfolge bei der Reduzierung des CO2-Ausstoßes seiner Neuwagenflotte entgegen.

VW mit kräftigem Absatzplus
Seine Erfolgsfahrt setzte Volkswagen in den ersten acht Monaten fort: In dieser Zeit schlug der Konzern weltweit 5,4 Millionen Fahrzeuge los, 14 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Damit sei VW erneut stärker gewachsen als der Gesamtmarkt. 2011 will Volkswagen erstmals weltweit acht Millionen Fahrzeuge verkaufen.