Suspendierter Airchief Wolf weist alle Vorwürfe von sich: "Keiner Schuld bewusst"

SPÖ ist über die "peinlichen Aussagen" Wolfs empört

Der vom Dienst suspendierte "Airchief" Erich Wolf, der im Verdacht der verbotenen Geschenkannahme und der falschen Zeugenaussage steht, ist sich keiner Schuld bewusst. Im Ö1-"Journal zu Gast" wies er alle Vorwürfe vehement zurück. Von den Zahlungen des EADS-Lobbyisten Erhard Steininger in der Höhe von 87.600 Euro an die Firma seiner Frau im Jahr 2002 habe Wolf nichts gewusst. Es gab damals Dinge, mit denen ihn seine Frau eben nicht belasten wollte. "Sie hat das mit ihrem Freund, dem Herrn Steininger, geregelt und mit mir nicht geredet", sagte Wolf. Über diese Darstellung Wolfs zeigt sich die SPÖ in einer Reaktion empört.

Die Zahlungen von Steininger an die Firma seiner Frau stünden "in keinem wie immer gearteten Zusammenhand mit EADS", versicherte Wolf. Für die bisher teils widersprüchlichen Angaben hatte er eine neue Erklärung: Es habe sich um eine Vorauszahlung für Leistungen gehandelt, die noch nicht erbracht wurde. Dass seine Frau von einem "Darlehen" gesprochen haben soll, glaubt Wolf nicht. Sie habe lediglich gemeint, sollte diese Leistung innerhalb einer bestimmter Zeit nicht abgerufen werden, dann könne die Zahlung in ein Darlehen umgewandelt werden.

Auch Golfturnier-Vorwurf soll nicht stimmen
Den Vorwurf, Steininger habe in von ihm veranstaltetes Golfturnier mitfinanziert, ließ Wolf nicht gelten. Es sei notwendig gewesen, "dass man jede Gelegenheit dazu nützt, in der Öffentlichkeit aufzutreten", das Golfturnier habe der Information um die Luftverteidigung gedient. Er habe in diesem Fall jedenfalls "überhaupt kein Unrechtsbewusstsein." Auf die Frage, ob er Infoveranstaltungen auch von andern Jet-Anbietern zahlen habe lassen, sagte Steininger, daran könne er sich nicht erinnern.

Die Gründe, warum er von Verteidigungsminister Norbert Darabos (S) als "Airchief" suspendiert worden ist, sind Wolf rätselhaft: "Ich kenne seine Gründe nicht." Der im Bescheid aufgestellten Behauptung, er habe dem Ansehen des Bundesheeres geschadet, stellte Wolf in Abrede. Seine Rolle im Beschaffungsvorgang hält er grundsätzlich für "dramatisch überbewertet".

Mit Steininger, der seit sich seit Wochen in Thailand aufhalten soll und nicht erreichbar ist, stehe er auch jetzt in Kontakt: "Wir haben telefoniert", Steininger gehe es "blendend". Seine Freundschaft zu dem EADS-Lobbyisten habe er von Herbst 2001 bis nach der Typenentscheidung "auf Eis gelegt", betonte Wolf einmal mehr. Auf die Frage, ob er für Steininger "die Hand ins Feuer legen" würde, meinte Wolf, er gehe davon aus, dass "mein Freund" korrekt gehandelt habe. Geschenke habe er von seinem Trauzeugen Steininger nur einmal erhalten: "Bei der Hochzeit hat's ein Geschenk gegeben, aber das war's.

SPÖ: "Peinliche Aussagen"
Teils heftige Kritik haben SPÖ und Grüne an den Darstellungen Wolfs im Ö1-"Mittagsjournal" geübt. Der SPÖ-Fraktionsführer im Eurofighter-Untersuchungsausschuss, Günther Kräuter, sprach in einer Aussendung von "peinlichen und falschen Aussagen". Die Grünen verwiesen auf die Kritik des Rechnungshofes bei der Abfangjäger-Typenentscheidung.

(apa/red)