Susanne Pumper von

Dopingsünderin ist Präsidentin

Susanne Pumper steigt auf. Ihr Ex-Anwalt kommt in die NADA-Rechtskommission.

Susanne Pumper - Dopingsünderin ist Präsidentin © Bild: APA/EPA

2008 fasste Susanne Pumper eine zweijährige Sperre wegen EPO-Dopings aus, 2012 ist sie Präsidentin des Wiener Traditionsvereins LCC Wien. Eine nicht unbedingt gelungene Optik für einen Club, der in der Vergangenheit immer wieder in die Doping-Schlagzeilen gerutscht war. Athletinnen wie Jolanda Ceplak (SLO), Helena Javornik (SLO), Lisa Hütthaler, Bettina Müller-Weissina, Stephanie Graf und Eva Maria Gradwohl, über die alle Doping-Sperren verhängt wurden, waren dem Club zuzurechnen. Eine weitere fragwürdige Personalentscheidung traf die NADA: Pumpers Ex-Anwalt wurde zum Ersatzmitglied der Rechtskommission bestellt. Vor der muss sich Pumper selbst übrigens wegen belastender Aussagen von Lisa Hütthaler erneut verantworten.

Für ein weiteres pikantes Detail sorgte der LCC schon 2008: Verantwortlich für Pumpers positiven Test war der seinerzeitige Sportkoordinator des LCC Wilhelm Lilge, der daraufhin samt Ehefrau gekündigt wurde - offiziell war davon die Rede, Kosten zu sparen. Einige Top-Athleten verließen in der Folge aus Solidarität mit Lilge den LCC, Pumper blieb.

Pumper selbst bestätigte, dass sie nun LCC-Wien-Präsidentin ist und nahm zum Thema Doping Stellung: "In unseren Vereinsstatuten steht drinnen, dass wir definitiv gegen Doping sind und gegen Doping vorgehen", betonte die 41-Jährige, die diesbezüglich auch zu ihrer eigenen Vergangenheit Stellung nahm. "Das ist Jahre her. Ich bin verurteilt worden und habe meine Dopingsperre abgesessen. Man sollte mich deswegen nicht lebenslang verfolgen und verurteilen."

Verband kritisiert Ernennung
Helmut Baudis, der Generalsekretär und Anti-Doping-Beauftragte des Österreichischen Leichtathletik Verbandes (ÖLV), sagte: "Die Optik ist schlecht. Wenn man Jugendliche anspricht, sollten Personen am Werk sein, die mit Doping überhaupt nichts zu tun haben oder hatten. Als Trainer und Funktionär hat man eine Vorbildfunktion. Man sollte einen Verein und eine Sportart ohne negativen Beigeschmack repräsentieren." Der ÖLV hat allerdings keinerlei Handhabe gegen eine solche Entscheidung.

Zumindest etwas verwunderlich ist auch die Bestellung von RA Dr. Clemens Grünzweig als juristisches Ersatz-Mitglied der NADA-Rechtskommission. Dazu befragt meinte der neue NADA-Geschäftsführer Michael Cepic: "Er ist nicht mehr Anwalt von Frau Pumper. Ich habe ein ausführliches Gespräch mit Herrn Grünzweig geführt. Er kennt sich mit der Materie ausgezeichnet aus, das war der ausschlaggebende Grund, ihn als Ersatzmitglied zu nominieren." Unvereinbar wäre es nur dann, wenn Grünzweig noch irgendwelche Beziehungen zu Frau Pumper hätte, das wäre nicht der Fall, diese würde nun von einem anderen Anwalt vertreten.

Ausweichende NADA-Erklärungen
Auf die Frage, ob es so wenig Auswahlmöglichkeit gäbe, dass man einen Juristen nehmen müsse, der in der Vergangenheit einen Sportler gegenüber der NADA-Rechtskommission vertreten habe, antwortete Cepic: "Anwälte oder Juristen mit dem Insiderwissen sind natürlich nicht leicht zu finden. Ich denke mir, dass es für uns sehr nützlich sein kann, einen Spezialisten zu haben, der auch die andere Seite kennt. Jemand der Erfahrung von der anderen Seite mitbringt, ist in so einer Kommission nicht schlecht." Grünzweig ist Ersatzmitglied, das heißt, er kommt nur zum Einsatz, wenn ein anderes Mitglied verhindert ist.

Kommentare

wie sagt man bei uns Wien ist eben anders!

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