Super-Taifun "Chanchu" wütet über China:
Wirbelsturm fordert rund 90 Todesopfer

200 vietnamesische Fischer werden noch vermisst Hoffnungsschimmer: Zum Tropensturm herabgestuft

Der Taifun "Chanchu" hat auf seinem Zerstörungszug rund um das Südchinesische Meer mindestens 88 Menschen in den Tod gerissen. Die Opferzahl könnte noch dramatisch steigen, da das Schicksal von mehr als 200 vietnamesischen Fischern zunächst noch unklar war. Mindestens 23 Menschen starben, als der Sturm Südchina heimgesuchte.

Zuvor hatte der Tropensturm auf den Philippinen 37 Menschen das Leben gekostet. Auch die Leichen von 28 Fischern aus Vietnam und die Wracks ihrer Boote wurden gefunden.

Zunächst war der Verbleib von mindestens acht vietnamesischen Trawlern mit insgesamt mehr als 200 Besatzungsmitgliedern unklar. "Wir können keine Rettungsschiffe dorthin entsenden, weil sie einfach zu weit weg sind", sagte ein Sprecher der Küstenwache. "Wir können jetzt nur auf Nachricht von anderen Fischerbooten warten."

Weitere 68 Fischer aus Vietnam hatten sich vor dem Taifun auf eine unbewohnte kleine Insel im südchinesischen Meer retten können. Der Funkkontakt der Küstenwache zu den Gestrandeten auf war allerdings nur schwach und brach immer wieder ab.

Aus Angst vor dem Taifun waren in Südchina nach offiziellen Angaben mehr als eine Million Menschen in Sicherheit gebracht worden. Allein in der Provinz Fujian wurden fast 10.000 Häuser zerstört, wie die Nachrichtenagentur China News berichtete. Der wirtschaftliche Schaden wurde dort auf 3,8 Milliarden Yuan (372 Mio. Euro) beziffert. Drei Millionen Menschen seien in der Küstenprovinz betroffen gewesen. Dort kamen mindestens 15 Menschen ums Leben. Der Taifun war in der Nachbarprovinz Guangdong bei Shantou mit voller Wucht auf die Küste getroffen. Acht Menschen kamen nahe der Stadt durch einen Erdrutsch ums Leben, der ihre Häuser zerstört hatte.

Der Supertaifun "Chanchu" ("Perle") hatte Windgeschwindigkeiten bis zu 250 Stundenkilometer erreicht. Er war der stärkste, der sich jemals so früh im Jahr im Südchinesischen Meer gebildet hatte.

(apa/red)