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Wengen: Alle jagen Kostelic

Super-Kombination am Lauberhorn kennt einen großen Favoriten - ÖSV geschwächt

Der Kroate Ivica Kostelic sonnt sich beim Weltcup-Slalom in Adelboden © Bild: GEPA pictures/ Mario Kneisl

Das Lauberhorn ist die zweite Heimat von Ivica Kostelic. Der Kroate stand in Wengen bisher nicht weniger als zwölf Mal auf dem Stockerl. Kostelic zählt auch am Freitag zum Auftakt der 84. Lauberhorn-Rennen in der Super Kombination zum engeren Favoritenkreis. Österreichs Hoffnungen ruhen nach der verletzungsbedingten Absage von Benjamin Raich vor allem auf den Schultern von Romed Baumann

"Es ist jedes Mal schön, hier zu sein. Dieser Ort hat mir schon sehr oft Glück gebracht", meinte Kostelic vor der ersten Super-Kombi des Olympia-Winters. Der 34-Jährige feierte in Wengen bereits sechs Siege (vier im Slalom, zwei in der Super-Kombi), hinzu kommen zwei zweite und vier dritte Plätze. Kostelic hält damit einen Weltcup-Allzeitrekord, denn nicht einmal Größen wie Ingemar Stenmark oder Marc Girardelli haben es in ein und demselben Weltcup-Ort zwölf Mal aufs Stockerl geschafft.

Noch mehr als der von Rückenschmerzen geplagte Raich hat Kostelic in den vergangenen Jahren wahre Monsterprogramme absolviert und kaum ein Rennen ausgelassen. Vor allem Knieprobleme hatten den Gesamtweltcupsieger 2011 und Slalom-Weltmeister 2003 immer wieder geplagt. Derzeit fühlt er sich aber so fit wie schon lange nicht. "So wenige Pulver wie jetzt musste ich schon lange nicht mehr schlucken. Es geht mir eigentlich ganz gut", sagte Kostelic, der stets von seiner Schwester Janica und seinem Vater Ante zu den Rennen begleitet wird.

Ein Franzose als härtester Konkurrent

Erster Herausforderer von Kostelic ist gemäß Papierform der französische Vorjahressieger Alexis Pinturault. Der Norweger Aksel Lund Svindal müsste mindestens Rang elf belegen, um den Salzburger Marcel Hirscher bereits am Freitag von der Spitze im Gesamt-Weltcup zu verdrängen.

Neben Kostelic freut sich auch Baumann speziell auf die Super-Kombi. "Diese Disziplin hat mir bisher die größten Erfolge in meiner Karriere beschert", sagte der Tiroler, der 2013 in Schladming WM-Bronze in dieser Disziplin holte. Gleichzeitig feierte der 28-Jährige in der Super-Kombi auch seine beiden bisher einzigen Weltcup-Siege: 2009 in Sestriere und 2012 in Chamonix.

Baumann will zurück zu alter Stärke

Seit der Abfahrt Ende Dezember in Bormio hat Baumann fünf Slalomtrainingstage absolviert. "Mit einem Pinturault kann ich im Slalom natürlich nicht mithalten, aber ganz verlernt hab' ich das Slalomfahren zum Glück nicht", meinte Baumann, der sein erstes Top-15-Ergebnis im Weltcup 2006 im Slalom in Levi eingefahren hatte (14.).

Als "nicht so prickelnd" beschrieb Joachim Puchner seine Slalom-Künste. "So ein schwieriger Slalom ist für uns Abfahrer natürlich ein Wahnsinn. Aber ich werde mein Bestes versuchen", erklärte der Salzburger. Auch Matthias Mayer bezeichnete den Slalom als "brutal schwer". Ebenfalls am Start stehen aus österreichischer Sicht die Youngsters Fredric Berthold und Vincent Kriechmayr, die beiden sind laut ÖSV-Herrencheftrainer Mathias Berthold Österreichs größte Zukunftshoffnungen in der Super-Kombi.

Wettkampf-Programm für Abfahrer schwierig

Aufgrund der Wetterprognosen wurde das Programm geändert. Den Kombi-Auftakt macht daher diesmal um 10.30 Uhr der Slalom , die Abfahrt folgt um 14.00 Uhr . Was die Sache für die Abfahrer noch deutlich schwieriger macht, denn die werden dann in der Abfahrt am Nachmittag mit sehr hoher Nummer und bei bereits schlechtem Licht ins Rennen gehen müssen. In Wengen und danach in Kitzbühel, wo die Kombi aus Super-G und Slalom besteht, geht es natürlich auch um die vier Olympia-Startplätze im ÖSV-Team.

ÖSV-Mannschaft für die Weltcup-Super-Kombination am Freitag in Wengen (Slalom 10.30 Uhr, Abfahrt 14.00 Uhr): Romed Baumann, Frederic Berthold, Vincent Kriechmayr, Matthias Mayer, Joachim Puchner, Hannes Reichelt.

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