Sundance Filmfestival von

Festival eröffnet

Kritische Töne: Robert Redford lästert über "atompilzhaftes Ego" der Republikaner

Sundance Filmfestival - Festival eröffnet © Bild: Reuters

Mit dem Verweis auf "düstere und harte Zeiten" hat Hollywoodstar Robert Redford das Sundance Filmfestival eröffnet. In dem Wintersportort Park City im US-Bundesstaat Utah betonte der 75-jährige Festival-Gründer, dass viele der vorgestellten Filme wirtschaftliche und gesellschaftliche Probleme widerspiegeln würden. Sundance ist das größte Festival für unabhängige, außerhalb Hollywoods produzierte Filme. Es wurde vor 28 Jahren von Redford ins Leben gerufen.

Die Eröffnung des Sundance Filmfestivals wurde von politischen Tönen und Kritik am Vorwahlkampf der Republikaner begleitet. Festivalgründer Robert Redford beklagte die Engstirnigkeit, welche die Debatten der republikanischen Präsidentschaftsbewerber präge. Dabei nahm er insbesondere Favorit Mitt Romney aufs Korn. Ihm missfalle das "atompilzhafte Ego", das jeder einzelne der Bewerber zur Schau trage. Das sei "dumm" und "affig" und ihm selbst "peinlich".

"Bornierte Leute" im Kongress
Redford, der als Student zeitweise in Italien und Frankreich lebte, mokierte sich insbesondere über die nationale Nabelschau der Kandidaten. Es gebe Länder, die sich weitaus mehr um ihre Künstler kümmerten als die USA. Aber es gebe im Kongress "bornierte Leute", die Angst vor Veränderungen hätten, und die Wandel deshalb bekämpften. Solange es diese Art von Denken im Kongress in Washington gebe, "müssen wir es bekämpfen", sagte Redford.

Statt eines Hauptfilms standen zur Eröffnung vier Produktionen auf dem Programm, darunter der Dokumentarfilm "The Queen of Versailles" über den Bau einer schlossartigen Privatvilla während der Wirtschaftskrise. Der Eröffnungs-Spielfilm "Hello I must be Going" handelt von einer 35-jährigen Frau, die nach der Scheidung wieder bei ihren Eltern einzieht.

Österreich mit Kurzfilm vertreten
117 Spielfilme aus 30 Ländern, darunter die Werke von 45 Erstlingsregisseuren, sind bis zum 29. Jänner bei dem Festival zu sehen. Mehr als 90 Filme feiern in dem Wintersportort ihre Weltpremiere. Österreich ist in diesem Jahr mit dem schwindelerregenden Kletter-Kurzfilm "Stick Climbing" von Daniel Zimmermann vertreten, Deutschland ebenfalls mit zwei Kurzfilmen: die Kurz-Doku "Into the Middle of Nowhere" von Anna Frances Ewert spielt in einem Waldkindergarten, der Kurzfilm "Spielzeit" kommt von Studenten der Internationalen Filmschule in Köln in Zusammenarbeit mit der Universität von Los Angeles.

Das Filmfest wurde 1978 als "Utah/US Film Festival" gegründet, um den Staat für Filmemacher interessant zu machen. Bekannt wurde der Anlass, nachdem 1981 Robert Redford, der selber in Utah wohnte, den Vorstandsvorsitz übernahm. 1985 taufte Redford das Festival um in "Sundance" nach seiner Lieblingsrolle Sundance Kid. Mittlerweile ist es das größte Forum für den unabhängigen Film in den USA.