Nordkorea von

Südkorea meldet
Spuren von radioaktivem Gas

Hinweise, dass Nordkorea tatsächlich Atombombe testete

Nordkorea - Südkorea meldet
Spuren von radioaktivem Gas © Bild: shutterstock

Rund eineinhalb Wochen nach dem jüngsten nordkoreanischen Atomtest haben südkoreanische Experten nach eigenen Angaben Spuren radioaktiven Gases entdeckt. An mehreren Messstellen in Südkorea sei Xenon-133-Isotope festgestellt worden, die aus Nordkorea stammten, teilten die Behörden in Seoul am Mittwoch mit.

Zwar kann man allein aus diesen Gasen nach Angaben der Experten keine Rückschlüsse darauf ziehen, welcher Sprengsatz gezündet worden sei. Das entdeckte Isotop stammt jedoch nicht aus natürlichen Quellen und wurde auch nach früheren nordkoreanischen Atomtests nachgewiesen.

Sanktionen nach Wasserstoffbomben-Test

Nordkorea hat nach eigenen Angaben Anfang September eine Wasserstoffbombe getestet. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verhängte daraufhin am Montag neue Sanktionen, die die Öllieferungen an Nordkorea deckelt sowie die Textilexporte des Landes verbietet. Nordkorea kritisierte die Sanktionen am Mittwoch scharf und kündigte an, sich noch stärker gegen einen aus seiner Sicht drohenden Einmarsch der USA zu wappnen.

Trump fordert schärfere Strafmaßnahmen

US-Präsident Donald Trump forderte unterdessen noch erheblich schärfere Strafmaßnahmen. Die jüngsten Sanktionen seien "nur ein weiterer kleiner Schritt" gewesen, sagte er in Washington vor Journalisten. "Keine große Sache." Es sei schön gewesen, dass sich der UN-Sicherheitsrat einstimmig auf die neuen Maßnahmen geeinigt habe. "Aber diese Sanktionen sind nichts verglichen mit dem, was letztlich passieren muss."

»Diese Sanktionen sind nichts verglichen mit dem, was letztlich passieren muss«

Das Außenministerium in Pjöngjang erklärte über die amtliche Nachrichtenagentur KCNA, die Sanktionen seien eine Verletzung des Rechts auf Selbstverteidigung. Sie zielten darauf ab, das Land und seine Bevölkerung durch eine vollständige wirtschaftliche Blockade "zu ersticken". Nordkorea werde seine Bemühungen zum Schutz seiner Souveränität und seines Existenzrechts sowie zum Erhalt von Frieden und Sicherheit in der Region verdoppeln, indem es "das praktische Gleichgewicht zu den USA schafft".

Sanktionen zeigen Wirkung

Der ursprüngliche Sanktionsentwurf der USA war abgeschwächt worden, um die Unterstützung der Veto-Mitglieder Russland und China zu erhalten. Insbesondere ein komplettes Embargo auf Öllieferungen nach Nordkorea, von denen die meisten aus China kommen, wurde abgewendet. Dennoch zeigen die Strafmaßnahmen insgesamt nach Angaben chinesischer Händler und regelmäßiger Besucher des international nahezu völlig isolierten Landes inzwischen durchaus Wirkung. So werde unter anderem Treibstoff knapper und teurer.

Konflikt verschärft

Nach mehreren Raketen- und Atomtests hat sich der seit Jahren anhaltende Konflikt mit Nordkorea massiv verschärft. Trump will verhindern, dass es Nordkorea gelingt, eine Langstreckenrakete mit einem Atomsprengkopf zu bestücken. Jüngster Höhepunkt war der mutmaßliche Wasserstoffbombentest. Es war der sechste und bisher stärkste Atomtest. Satellitenbilder zeigten massive Schäden am Testgelände, teilte das in Washington ansässige Forschungsprojekt 38North mit. Zudem habe es Aktivitäten in einem anderen Gebiet gegeben. Dabei könne es sich um Vorbereitungen für weitere unterirdische Tests handeln.

China rief die USA und Nordkorea erneut zur Zurückhaltung auf. Man stehe an einem Scheideweg. Die USA und Nordkorea müssten den Teufelskreis von Atomtests und Sanktionen durchbrechen, hieß es in einem Leitartikel des Parteiorgans "Volkszeitung".

Kommentare

Peter Lüdin

Sobald die USA ihre eigene Sicherheit oder die ihrer Verbündeten unmittelbar bedroht sehen, werden sie zuschlagen. Die USA fragen dann zurecht weder die UN noch sonst jemanden um Erlaubnis. Und da Kim Jong-un wohl über Zweitschlagspotenzial verfügt, wird es dann nicht bei einem eher symbolischen Angriff wie in Syrien (GBU-43/B) blieben.

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