Südafrika putzt sich für die WM heraus: Confed-Cup als Generalprobe für 2010

Jordaan: "Wollen beste WM aller Zeiten ausrichten" Noch ist die Soccer City aber eine Großbaustelle

Südafrika putzt sich für die WM heraus: Confed-Cup als Generalprobe für 2010 © Bild: Reuters

Noch ist die Soccer City eine Großbaustelle. In genau einem Jahr soll die riesige Arena am Rande von Johannesburg der Nabel der Fußball-Welt sein. 365 Tage vor dem Anpfiff der ersten WM (11. Juni - 11. Juli 2010) auf afrikanischem Boden macht sich Südafrika fein für sein großes Fußball-Fest und versprüht nach Jahren nicht endender Problemberichte eine sehr optimistische Botschaft.

"Wir wollen die beste WM ausrichten, die es jemals gegeben hat", sagte Chef-Planer Danny Jordaan vor dem Jahrestag an diesem Donnerstag. Das deutsche Sommermärchen 2996 zu toppen, schien lange unmöglich, nun ist es das offiziell erklärte Ziel. Rechtzeitig zum Jahres-Countdown begrüßt der Kap-Staat die Teilnehmer am Konföderationen-Cup, der zum ultimativen Testlauf wird.

"Ich denke, dass das Land gut vorbereitet ist", sagte der aus Deutschland engagierte FIFA-Berater Horst R. Schmidt. Nur ein gelungener Confed-Cup kann die weltweiten Sorgen vertreiben. Da die lange stockenden Stadien-Bauten trotz weiterhin regelmäßiger Streikdrohungen im Zeitplan vorangehen, konzentriert sich die gerade in Europa Südafrika-skeptische Berichterstattung weiter auf die labile Sicherheitslage im Land.

"Das wichtigste Ereignis für Südafrika"
Jordaan überraschte mit einer Aussage am Rande politischer Korrektheit mit zumindest missverständlichem Bezug zur Apartheid-Zeit: "Wegen unserer ungewöhnlichen Vergangenheit haben wir die am besten trainierten privaten Sicherheitsdienste. Es wird bei allen Großereignissen kriminelle Elemente geben. Aber wir haben die besten Sicherheitsvorkehrungen getroffen", sagte der OK-Chef - für den die WM "das wichtigste Ereignis für Südafrika" seit dem politischen Wandel vor 15 Jahren ist.

Immer wieder betont Jordaan, dass sich Südafrika als Gastgeber sportlicher Großereignisse bereits profiliert hat - vom Fußball-Afrika-Cup bis zur Rugby-WM - und dies ohne einen gravierenden Zwischenfall. Nun soll endlich der Sport in den Blickpunkt rücken. Dass ausgerechnet die Spieler des eigenen Nationalteams "Bafana Bafana" mit höheren Prämienforderungen und sogar Streikdrohungen für den Confed-Cup aufwarteten, passt allerdings nicht in das gewünschte Selbstbild der Fußball-Macher der Regenbogennation.

MIt Australien, Japan, Südkorea und den Niederlanden haben sich vier Länder für das Milliarden Euro teure Mammut-Event 2010 schon qualifiziert. Im Confed Cup werden u.a. die Fußball-Kaliber Brasilien, Italien und Spanien in den WM-Stadien in Rustenburg, Pretoria, Bloemfontein und dem Ellis Park, dem "kleinen Bruder" der Soccer City in Johannesburg, die Infrastruktur unter Turnierbedingungen testen.

Das Interesse an der WM in Südafrika wächst ständig. In den ersten beiden Ticket-Verkaufsphasen überstieg die Nachfrage deutlich das Angebot. Unternehmen, Verbände und Hilfsorganisationen nutzen Themen rund ums runde Leder. Alle versuchen, im WM-Vorfeld mit Aktionen in Townships und Armenvierteln zu profilieren. In Siedlungen wie Soweto ist die Dichte an kleinen Spielplätzenund neuem Fußball-Equipment in den vergangenen Monaten sprunghaft angestiegen. Die Fluglinie "kulula.com" ziert die Nasen ihrer Flieger mit Fußball-Motiven.

(apa/red)