Südafrika in weiter Ferne: ÖFB blamiert
sich schon wieder gegen Färöer-Amateure

Karel Brückner: "Wir haben zwei Punkte verloren" Chancenauswertung Hauptursache für mageres 1:1

Südafrika in weiter Ferne: ÖFB blamiert
sich schon wieder gegen Färöer-Amateure © Bild: APA/Jäger

Ausgerechnet auf den Färöern im fernen Nordatlantik ist die Fußball-WM 2010 in Südafrika für Österreich in noch weitere Ferne gerückt. Nach einem blamablen 1:1 in Torshavn stehen die Österreich vor dem Heimspiel gegen Serbien bereits schwer unter Druck. Alles andere als ein Sieg würde die Chancen auf eine erfolgreiche Qualifikation praktisch gegen Null gehen lassen. Ursprünglich hatte Teamchef Karel Brückner sechs Punkte für den Doppeltermin veranschlagt gehabt.

"Wir haben zwei Punkte verloren, ja", gestand Brückner. Grund dafür sei weder ein falsches taktisches Konzept mit hohen Bällen gegen den böigen Wind, noch das Fehlen spielerischer Qualität gewesen, sondern einzig und allein die mangelnde Chancenauswertung. "Unsere Produktivität war sehr schlecht", betonte der Tscheche sichtlich enttäuscht und leicht verbittert. "Wir haben viele, viele Chancen gehabt. Mehr kann man eigentlich gar nicht haben. Aber eine von zehn muss man dann auch verwerten."

Viele Chancen, aber nur ein Tor
Die ÖFB-Bemühungen scheiterten mit Ausnahme des Ausgleichs von Martin Stranzl (49.) - teils an der Anerkennung der Tore durch den Schiedsrichter (Harnik/22., Scharner/26.), teils am fehlenden Glück und teils am eigenen Unvermögen. Ein Schuss von Erwin Hoffer wurde an die Stange gelenkt (9.), Debütant Andreas Hölzl brachte den Ball aus kürzester Distanz nicht im Tor unter (32.). Der zuletzt treffsichere Marc Janko ließ gleich zwei Sitzer aus (26., 62.).

Gegen Serbien muss sich aber einiges ändern, um die Mini-Chance auf Südafrika am Leben zu erhalten. "Mir müssen drei Punkte holen. Und dafür müssen wir uns im Abschluss verbessern", erklärte Brückner. "Anders geht es nicht. Die Spieler müssen sich vor dem Tor besser durchsetzen." Am Besten war das auf Färöer noch Hoffer gelungen, Janko gelang es ebenso wie den eingewechselten Roman Kienast und Marko Arnautovic nicht. "Wir haben es mit drei oder vier Stürmern versucht, aber das hilft nicht", sagte Brückner.

Rauer Gegenwind in zweiter Hälfte
Das Mittelfeld war nach Seitenwechsel praktisch nicht vorhanden, vorne stand sich die Sturmreihe selbst im Weg. Für die Färinger war es ein Leichtes, die Räume eng zu machen. Die Vorentscheidung hätten die Österreicher schon vor der Pause herbeiführen müssen, als sie mit dem Wind im Rücken Druck gemacht hatten. "In der ersten Hälfte kein Tor zu machen, das geht nicht", ärgerte sich Brückner. Auf die Frage, ob das Remis zu den dunkelsten Stunden seiner Karriere zähle, wollte der 68-Jährige aber keine Auskunft geben.

Was bleibt ist ein magerer Punkt aus den Duellen gegen die beiden Außenseiter Litauen (0:2) und Färöer (1:1). Zur Diskussion stehe das Trainerteam angesichts dieser Tatsache aber nicht. "Wenn wir gegen Serbien gewinnen, dann sind wir wieder im Rennen", meinte ÖFB-Generalsekretär Alfred Ludwig. "Dann beginnt alles wieder von vorne." Das Ernst-Happel-Stadion ist mit 48.000 Zuschauern seit Wochen ausverkauft. Da war die Euphorie um das ÖFB-Team nach dem 3:1 gegen Frankreich auch noch bedeutend größer gewesen.

Derzeit fehlen den Österreicherin in Gruppe 7 zwar nur zwei Punkte auf die Spitzenreiter Serbien und Litauen, Österreich hat aber die der Papierform nach bedeutend leichteren Aufgaben hinter sich. "Es wird sehr schwer. Die Leistung auf Färöer war über 90 Minuten einfach zu wenig", gestand Kapitän Andreas Ivanschitz. Abschreiben wollen die ÖFB-Spieler das Ziel Südafrika 2010 aber noch nicht. "Wir müssen wohl alle weiteren Spiele gewinnen", meinte Wigan-Legionär Paul Scharner. "Aber sag niemals nie. Wir glauben noch daran."

(apa/red)