Suche nach Mittel gegen Gewalt an Schulen:
Polizeipräsenz oder mehr Rechte für Lehrer?

Österreich setzt auf soziales Lernen und Ermahnung USA: Videoüberwachung und Austausch mit Polizei

Suche nach Mittel gegen Gewalt an Schulen:
Polizeipräsenz oder mehr Rechte für Lehrer? © Bild: APA/DPA/Führer

Die heimischen Lehrer wollen mehr Rechte im Kampf gegen die Schulgewalt, aber keine massive Polizeipräsenz in den Lehranstalten. Das zeigt laut "Standard" (Mittwochausgabe) eine vergleichende Studie, die neben Österreich in den USA und auf Jamaika durchgeführt wurde. Den Österreich-Teil verfassten der Kriminalist Maximilian Edelbacher und der Soziologe Gilbert Norden.

Laut der Studie sind Lehrer der Meinung, dass die Schüler immer aggressiver miteinander umgehen. Das deckt sich mit den Anzeigen bei der Polizei, nicht aber mit den Zahlen der Unfallversicherung AUVA. Die Zahl der Anzeigen stieg von 280 im Jahr 2004 bei insgesamt 1,21 Millionen Schüler auf 496 im Jahr 2007, aber 50.000 Schülern weniger. Die häufigsten Anzeigengründe waren Körperverletzung vor der gefährlichen Drohung. Hingegen ging die Zahl der Schulunfälle durch Raufereien von mehr als 2.500 im Jahr 2005 auf knapp 2.200 im Jahr 2007 zurück, berichtete "Der Standard" unter Berufung auf die AUVA.

Soziales Lernen
In der Frage nach den besten Möglichkeiten zur Gewaltprävention zeigten sich Lehrer und Eltern einig: Kleinere Klassen, wobei die Jugendlichen dies selbst kaum als Faktor für den Gewaltausbruch sehen, mehr Zeit für soziales Lernen und mehr Rechte für Lehrer wie die Möglichkeit, auf Verdacht Taschen zu durchsuchen, oder leichtere Suspendierungsmöglichkeiten. In den USA und auf Jamaika ging es hier eher um Videoüberwachung, Metalldetektoren und Datenaustausch mit der Polizei.

Auf der Karibikinsel gibt es sogar Polizisten, die direkt an der Schule stationiert sind. Doch dort liegen bei den Anzeigengründen hinter der Körperverletzung die Erpressung und die Vergewaltigung auf den Plätzen.
(apa/red)