Suche nach neuer BAWAG-Führung beginnt: Angeblich einige Spitzenbanker kontaktiert

Cerberus plant kräftigen Umbau an Spitze der Bank Zwei bis drei Vorstandsmitglieder müssen gehen

Der US-Fonds Cerberus, künftig Eigentümer der BAWAG P.S.K., will den Vorstand der Noch-Gewerkschaftsbank kräftig umbauen. Cerberus wird spätestens Mitte Mai endgültig die BAWAG übernehmen (Closing). Angeblich führt Jörg Goschin von Cerberus Deutschland längst erste Gespräche mit Head Huntern in Deutschland und Österreich.

Cerberus lässt sich die BAWAG 3,2 Mrd. Euro (Kaufpreis plus Kapitalspritze) kosten. Um die Ertragsziele des US-Fonds zu erreichen und die Bank wie geplant in einigen Jahren an die Börse bringen zu können, muss das Geschäft in der BAWAG kräftig angekurbelt werden. Das traut man bei Cerberus der bestehenden BAWAG-Mannschaft offenbar nicht allein zu, heißt es laut "Presse" in Wiener Finanzkreisen.

Zwei bis drei Vorstandsmitglieder müssen gehen
Der BAWAG-Vorstand besteht derzeit aus fünf Mitgliedern, davon dürften laut Bericht zwei oder drei das Haus verlassen. Generaldirektor Ewald Nowotny bekomme von Cerberus einen neuen Vorstandsvertrag. Allerdings gelte es als wahrscheinlich, dass Nowotny im Herbst 2008 - wenn der Vertrag von Gouverneur Klaus Liebscher ausläuft - an die Spitze der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) wechseln wird. Dann braucht die BAWAG eine neue Nummer eins.

Finanzchef Alois Steinbichler kam erst im Sommer 2006 in den BAWAG-Vorstand, er dürfte bleiben. Ziemlich sicher ausscheiden werde Jochen Bottermann, der vom früheren BAWAG-Großaktionär Bayerische Landesbank (BayernLB) nach Wien entsandt worden war, wird berichtet. Spekuliert werde weiters darüber, dass sowohl Vize-Generaldirektor Stephan Koren als auch Vorstandsdirektor Herbert Legradi die Bank verlassen werden.

Informelle Anfragen an Spitzenbanker
Dem Vernehmen nach wurden bereits einige prominente Spitzenbanker informell kontaktiert, ob sie sich einen Wechsel in die BAWAG vorstellen können. Angefragt soll unter anderem bei den BA-CA-Vorständen Willi Hemetsberger und Regina Prehofer worden sein. Beide dürften aber abgewinkt haben, so "Die Presse". Prehofers Vertrag in der BA-CA war erst vor kurzem um drei Jahre verlängert worden. In der Erste Bank wurde die Vorstandsriege soeben völlig neu geordnet, dass jemand von dort zur BAWAG wechselt, sei wenig wahrscheinlich.

Ein Kandidat für einen BAWAG-Spitzenjob wäre hingegen sofort frei: Wolfgang Haller. Er war bis Herbst 2005 Vize-Generaldirektor der BA-CA und schied dann aus. Für die Gewerkschaft wäre Haller, der sehr zum Missfallen der Belegschaft den Umstieg der BA-CA vom Sparkassen- zum Bankenkollektivvertrag durchgezogen habe, allerdings ein rotes Tuch.

(apa/red)