Sturm - Lok Moskau von

Lok knippst Sturm aus

Nicht nur die Heimniederlage zum Europa-League-Auftakt tut den Grazern weh

Sturm - Lok Moskau - Lok knippst Sturm aus © Bild: GEPA/Walgram

Der sichtbare Klassenunterschied bei der 1:2-Heimniederlage gegen Lok Moskau wird Sturm weh tun. Dies ist aber nicht das einzige Ärgernis, über das man sich in Graz unterhalten muss. Einerseits hat sich die Verletztenliste um zwei Spieler verlängert. Andererseits muss der peinliche Flutlichausfall thematisiert werden. Fast ein Glück, dass dies nicht in Moskau passiert ist.

Die aufgrund des Flutlichtausfalls 40-minütige Verspätung des Anpfiffs hatten die Grazer noch gut verkraftet. Imre Szabics sorgte nach Wolf-Zuspiel mit einem platzierten Schuss ins Eck für die Führung der Grazer. Hätte der ungarische Teamstürmer gleich darauf das 2:0 gemacht, wäre die Partie vielleicht zugunsten der Grazer gelaufen, so sorgten die Russen aber schnell für die Wende. Zwei Standardsituationen reichten, um das Spiel innerhalb von rund einer Minute zu entscheiden. "Wir haben die Führung leichtfertig aus der Hand gegeben, das darf auf diesem Niveau nicht passieren", ärgerte sich Szabics.

Die entscheidenden Fehler bei Standardsituationen hatten auch schon in der Play-off-Runde der Champions League gegen BATE Borisow (1:1 und 0:2) den Einzug in die "Königsklasse" verhindert. "Wir haben geschlafen, das war symptomatisch für unser Spiel in der Defensive, wir waren in den entscheidenden Phasen nicht präsent", kritisierte Foda das Abwehrverhalten seiner Mannschaft.

Unglückliches 0:1
Beim 0:1 prallte der Ball nach einem Schischkin-Freistoß vom Fuß von Obinna etwas glücklich ins Tor. "Wir üben solche Situationen 100 Mal im Training, da entstehen fast nie Tore", meinte Foda. Beim 0:2 knallte Gluschakow den Ball nach einem schnell abgespielten Freistoß aus mehr als 30 Metern an die Latte, ehe Sytschew am schnellsten reagierte und mit links trocken abstaubte. "Wir haben leider nur in den ersten 20 Minuten guten Fußball gespielt. Wenn man dann so einfache, dumme Gegentore bekommt, kann man auf internationaler Ebene nicht bestehen", analysierte Foda.

Der Doppelschlag hatte die Grazer komplett aus dem Konzept gebracht, in der Folge war das Bemühen zwar zu erkennen, sie waren aber an Harmlosigkeit nicht zu überbieten und schafften es nicht, eine richtige Torchance herauszuspielen. "Man hat gesehen, dass der eine oder andere nicht in der Lage war, über 90 Minuten volles Tempo zu spielen. Uns hat es an der Passgenauigkeit, Dynamik und an Kreativität gefehlt", kannte Foda die Gründe für die Niederlage. "Das Spiel wäre noch zu drehen gewesen, aber wir waren einfach schwach", fügte der Deutsche hinzu.

Ein Hauptgrund war sicher die akute Verletzungsproblematik beim heimischen Titelverteidiger. Nach Koch, Kienast, Säumel und Gratzei, der noch am Donnerstag am Meniskus operiert wurde, fielen vor der Partie noch Dudic und Sandro Foda aus, während des Spiels gesellten sich auch noch Hölzl und Feldhofer dazu. "Aber es bringt nichts zu jammern. Sich auf die Ausfälle auszureden, ist mir zu billig", meinte Foda. Kapitän Manuel Weber sah das etwas anders. "Das Verletzungspech hat uns sicherlich auch nicht gut getan. Uns fehlen wichtige Spieler, wenn die alle an Bord sind, können wir in dieser Gruppe mit Sicherheit konkurrenzfähig sein."

Foda hofft auf Punkte
Am 29. September steht nun das Auswärtsspiel gegen AEK Athen auf dem Programm, die Griechen verloren zum Auftakt in Anderlecht 1:4. "Ich hoffe, dass wir noch einige Punkte machen werden", sagte Foda. "Es war erst das erste von sechs Spielen", ist für Torschütze Szabics noch nichts verloren. Allzu große Hoffnungen darf man sich aufgrund der Darbietung in den jüngsten sechs Europacup-Spielen, in denen es nur einen vollen Erfolg (1:0 gegen FC Sestaponi) gab, aber nicht machen.