Sturm wird endlich für tollen Kick belohnt:
Bei Tirol gibt's den längst verdienten Sieg

Haas und Krammer sorgen für 2:0-Auswärtserfolg Wacker wartet schon zwölf Spiele auf drei Punkte<br>Aufstand der Fans: "Wir wollen die Mannschaft sehen"

Sturm wird endlich für tollen Kick belohnt:
Bei Tirol gibt's den längst verdienten Sieg

Die Negativserie des FC Wacker Tirol hat auch in der 29. Runde der Bundesliga ihre Fortsetzung gefunden. Die Tiroler kassierten im "Kellerderby" gegen Schlusslicht Sturm Graz mit 0:2 (0:1) bereits die fünfte Niederlage in Folge und sind heuer weiter sieglos. Zwölf Partien warten die Innsbrucker bereits auf einen vollen Erfolg, wären ohne die finanziellen Probleme von Sturm (13 Punkte Abzug) und GAK sogar Tabellenletzter und in akuter Abstiegsgefahr. Die Tore erzielten Haas (39.) und Krammer (82.) jeweils nach Vorarbeit von Leitgeb.

Den Tirolern war ihre Verunsicherung in Folge der Niederlagenserie und öffentlicher Kritik ihres bereits umstrittenen Trainers Frantisek Straka ("Die Spieler sind qualitativ beschränkt") von der ersten Minute an anzusehen. Sturm erspielte sich vor der Pause eine klare Überlegenheit, kam durch Prödl (15.), Krammer (18.) und Rabihou, der eine Krammer-Flanke aus sechs Metern neben das Tor köpfelte (21.), zu zahlreichen Großchancen. Schon am Wochenende gegen Salzburg (0:2) hatten die Grazer viele Möglichkeiten ungenützt gelassen.

Routinier Haas brach den Bann dann nach einem idealen Lochpass des äußerst starken ÖFB-Nationalspielers Christoph Leitgeb, bei dem die Wacker-Verteidiger Schrott und Windisch geschlafen hatten. Planer, der auf Straka-Entscheidung an Stelle von Stammkeeper Pavlovic das Tiroler Tor hütete, war gegen den überlegten Abschluss chancenlos. Erst als Straka nach Seitenwechsel seinen tschechischen Landsmann Masek an Stelle des enttäuschenden Brasilianers Wellington stürmen ließ, wurde auch Wacker gefährlicher.

Am Nächsten kam dem Ausgleich Regisseur Kolousek, der einen Freistoß an die Außenstange setzte (59.). Zwei Minuten später klärte Ledwon einen Schrott-Kopfball vor der Linie, ehe Sturm-Verteidiger Prettenthaler das eigene Tor nur knapp verpasste (72.). Die Grazer besiegelten ihren elften Saisonsieg, nachdem Knabel den Ball leichtfertig an Leitgeb verloren hatte und dieser ideal für Krammer zur Mitte serviert hatte. Ohne den Punkteabzug würde Sturm im gesicherten Mittelfeld rangieren.

Pfeifkonzert für lustlose Tiroler
Die 3.700 Zuschauer, die in dieser Saison Minusrekord auf dem Tivoli neu bedeuteten, schickten Wacker nach der fünften Niederlage in Serie mit einem gellenden Pfeifkonzert in die Kabine. Ob Straka seinem Job in Tirol noch lange nachgeht, war trotz der manifesten Krise vorerst weiter unklar.

Den Draht zur Mannschaft scheint der Coach zwar schon längst verloren zu haben, sein Vertrag läuft aber bis Jahresende. Wacker-Obmann Gerhard Stocker muss auch die finanziellen Aspekte einer möglichen Trennung berücksichtigen. Laut eigenen Angaben fehlen den Innsbruckern etwa 500.000 Euro. Sportlich ist Wacker auf Grund der Finanzmiseren in Graz aber gerettet.

Aufstand der Wacker-Fans
Unmittelbar nach Spielende haben Fans des FC Wacker lautstark ihren Unmut über die aktuelle Situation im Verein geäußert. Rund 200 Anhänger skandierten: "Wir wollen die Mannschaft sehen!" Als die Spieler dann Aufstellung nahmen, mussten sie zum Teil wüste Beschimpfungen über sich ergehen lassen.

Der in der Kritik stehende Trainer Frantisek Straka versicherte den Anhängern dagegen, in der schweren Situation sicher nicht davonzulaufen, wurde dafür sogar mit Applaus bedacht. Der Tscheche begründete den aktuellen Negativlauf auch mit den vielen Ausfällen und der dünnen Personaldecke. "Ich werde alles versuchen, die Mannschaft weiterhin zu erreichen", versicherte Straka.

"Es ist eine sehr harte Situation, aber wir werden erst einmal eine Nacht darüber schlafen", erklärte Sportmanager Christian Ablinger. Obmann Gerhard Stocker bediente sich eines Vergleiches: "Wir halten zusammen durch dick und dünn. Derzeit ist es halt sehr dünn."

FC Wacker Tirol - SK Puntigamer Sturm Graz 0:2 (0:1)
Tivoli neu, 3.700 Zuschauer, SR Lehner.

Tore:
0:1 (39.) Haas
0:2 (82.) Krammer

Wacker: Planer - Mimm (78. Martin Dollinger), Knabel, Schrott, Windisch - Hölzl, Mader, Kolousek, Schreter - Aganun, Wellington (46. Masek)

Sturm: Gratzei - Lamotte, Prödl, Verlaat (46. Mörec), Prettenthaler - Krammer, Ledwon, J. Säumel, Leitgeb - Rabihou (46. Peric, 72. Sarac), Haas

Gelbe Karten: Schrott, Mimm, Wellington bzw. J. Säumel, Ledwon, Rabihou

(apa/red)