Fussball von

Milanic ist "wieder zu Hause"

Der Wunschkandidat als Sturm-Graz-Trainer will "Schritt für Schritt nach vorne"

Darko Milanic bei seiner Antrittspressekonferenz bei Sturm Graz © Bild: GEPA pictures/Oberlaender

"Ich bin froh, wieder zu Hause zu sein", sagte der Darko Milanic bei seiner Antritts-Pressekonferenz bei Sturm Graz. Den 45-jährigen Slowenen erwartet dabei aber kein leichtes Erbe. Als schlechteste Frühjahrsmannschaft der Fußball-Bundesliga, zunächst unter Coach Peter Hyballa, danach unter Interimstrainer Markus Schopp, haben die Steirer am Ende einer verkorksten Saison gerade noch Rang vier und einen Platz in der Europa-League-Qualifikation gerettet.

Milanic, Mitglied der so erfolgreichen Sturm-Mannschaft der 90er-Jahre, hat einen Dreijahresvertrag erhalten und am Donnerstag bei seiner Antritts-Pressekonferenz seine Pläne präsentiert. "Wir müssen Schritt für Schritt nach vorne machen. Wir müssen solide arbeiten und Geduld haben", erklärte der Slowene.

Geduld haben will auch die Führung des Vereins nach den turbulenten Frühjahrsmonaten. "Milanic war der Wunschkandidat. Wir wollen ihn länger behalten, ihm Zeit geben, und nicht gleich nach zwei Niederlagen wieder nervös werden", betonte Club-Präsident Christian Jauk. Indiz dafür soll auch der Vertrag über drei Jahre sein. "Wir brauchen nach der vergangenen Saison mehr Zeit, um an frühere Erfolge anzuknüpfen. Es beginnt eine neue Ära", sagte Generalmanager Gerhard Goldbrich. "Es ist ein freudiger Tag für Sturm. Milanic ist sehr wohlbekannt von seiner Zeit als Spieler, aber auch seine Erfolge als Trainer in Marburg sprechen für ihn", so Goldbrich.

Die goldenen Sturm-Zeit
Milanic scheint eine gute Wahl dafür zu sein. Der einstige Verteidiger war mit Sturm zweimal Meister, erreichte für Österreich einzigartige Erfolge in der Champions League und ist bei den Fans noch gut angeschrieben. Zuletzt war er mit NK Maribor erfolgreich (Meistertitel und Einzug in die Europa-League-Gruppenphase).

Seine neue Mannschaft hat er live schon länger nicht gesehen, nur im Fernsehen die 1:3-Niederlage gegen Rapid. "Ich will eine solide Truppe, die hungrig ist und gewinnen will. Ich will Fußball mit viel Disziplin, aber auch offensiv mit viel Ballbesitz und vielen Spielern, die sich einschalten. Alle sollen Spaß haben", so sein Motto.

Die Chemie ist wichtig
Mit welchem Kader er am 17. Juni die Saisonvorbereitung startet, steht noch nicht ganz fest. Das "Ziel, wieder in den Europacup" zu kommen, schon. "Ich versuche die richtige Chemie zu finden. Nicht nur in der Mannschaft, sondern auch mit den Fans und Medien. Man soll von außen sehen, dass bei Sturm alles stimmt und funktioniert", erklärte Milanic. Siegeswillen verlangt er von seinen Spielern bei jedem Spiel und jedem Training: "Ich will Ambitionen sehen, ich will jedes Spiel gewinnen."

Im Trainerteam soll es keine großen Veränderungen geben. Lediglich Sasa Gajser, seinen Co-Trainer in Marburg, will er mitbringen. Wo Markus Schopp landet, ist ebenfalls noch offen. Goldbrich geht davon aus, dass der Ex-Teamspieler dem Verein als Amateure-Trainer erhalten bleibt.

Kommentare