Sturm Graz schwimmt auf der Erfolgswelle:
Steirer in der Liga top - Kärnten weiter flop

Wiener Austria reicht eine starke zweite Spielhälfte Rapid mit Punkteteilung in Ried "eher nicht zufrieden"

Sturm Graz schwimmt auf der Erfolgswelle:
Steirer in der Liga top - Kärnten weiter flop © Bild: APA/Eggenberger

Drittes Spiel, dritter Sieg, dazu ein Torverhältnis von 8:1 - Sturm Graz thront nach den Auftaktspielen der neuen Saison an der Spitze der Fußball-Bundesliga. Mit dem 3:1 gegen das weiter punktlose Schlusslicht Austria Kärnten prolongierten die auch im Europacup auf der Erfolgswelle schwimmenden Steirer ihren Erfolgslauf. Trainer Franco Foda blieb seinem Naturell entsprechend aber auf dem Boden.

"Jetzt sind wir Tabellenführer, doch abgerechnet wird am Schluss. Wenn wir dann unter den ersten Vier sind, sind wir sehr zufrieden", meinte der Deutsche nach dem Erfolg in Klagenfurt. Dabei hatte Foda in Kärnten mit Mario Haas, Mario Kienzl und Ferdinand Feldhofer zunächst drei Stammspieler geschont, Fabian Lamotte (63.) sowie die Teamkicker Andreas Hölzl (81.) und Jakob Jantscher (86.) brachten den Sieg der Sturm-Elf aber im Finish dennoch unter Dach und Fach.

"Nach dem Ausgleich waren die Kärntner stehend k.o.", erkannte Neo-Kapitän Hölzl, der nach seinem dritten Liga-Saisontor auch in der Torschützenliste vorne mitmischt. "Wenn er so weitermacht, wird er glatt noch Torschützenkönig", meinte Teamkollege Manuel Weber. Zuletzt starteten die "Blackies" 1997 und 1998 mit drei Siegen in Serie und wurden dann jeweils Meister.

Viel Arbeit für Schinkels
Als Psychologe beweisen muss sich hingegen immer mehr Kärnten-Trainer Frenkie Schinkels. Zum dritten Mal ging seine Elf in dieser Saison mit einer Führung in die Pause, zum dritten Mal reichte es trotzdem nicht zu einem Zähler. "Warum wir so viele Tore in der zweiten Hälfte bekommen, kann ich nicht erklären - es ist einfach so", sagte der gebürtige Niederländer. "Ich nehme die Niederlage auf mich. Ich bin verantwortlich für die Ergebnisse, nicht das Team."

Nach der nun folgenden 14-tägige Liga-Pause kommt es am 23. August in Graz zum Schlager gegen den punktegleichen zweitplatzierten FK Austria Wien. Die Violetten blieben mit einem 2:1 gegen Aufsteiger SC Wr. Neustadt ebenfalls auf der Erfolgsspur und feierten nach schwachem Beginn den dritten Sieg in Serie.

"Die erste Hälfte war eine Katastrophe"
"Wir haben in der zweiten Spielhälfte enormen Druck gemacht, da hat man gespürt: Jetzt kann es nicht mehr lange dauern", erklärte Coach Karl Daxbacher, dessen zu Beginn müde wirkende Elf durch Manuel Ortlechner (55.) und einen Foulelfmeter von Milenko Acimovic (71.) die entscheidenden Treffer erzielt hatte. "Die erste Hälfte war eine Katastrophe. Gott sei Dank haben wir da kein Tor kassiert", sah Torschütze Ortlechner die Partie aber durchaus selbstkritisch.

Für eine Überraschung hatte Daxbacher bereits vor Anpfiff gesorgt, indem er anstelle von Robert Almer auf den wiedergenesenen Szabolcs Safar im Tor vertraute. Eine Woche zuvor hatte der Austria-Coach noch bekräftigt, bis auf weiteres auf Almer bauen zu wollen. "Ich habe immer gesagt, dass ich die Entscheidung treffe, damit die Mannschaft den größten Erfolg hat", meinte Daxbacher nun. Safar war von der Entscheidung nicht überrascht: "Ich war nicht ungeduldig, aber ich habe gewusst, dass ich wieder die Chance bekomme."

"Erste Spielhälfte hui, zweite pfui"
Wr. Neustadt trat die Heimreise trotz guter Leistung in der Ferne zum zweiten Mal ohne Punkt an. Dass die Niederösterreicher im Horr-Stadion in der ersten Spielhälfte laut Stürmer Sanel Kuljic "die besten 45 Minuten dieser Saison" gezeigt hatten, war für Trainer Helmut Kraft nur ein schwacher Trost. "Erste Spielhälfte hui, zweite pfui", lautete das Kurzresümee des Tirolers. "Es hilft nichts, wenn man gut spielt, aber keine Tore macht."

Zwiespältig fiel die Bilanz nach dem 1:1 in Ried im Lager von Vizemeister Rapid aus. Zwar holten die sehr defensiv orientierten Grün-Weißen im Gegensatz zum Vorjahr (zwei Niederlagen plus Aus im Cup) zumindest einen Punkt aus dem Innviertel, nach der Führung durch Steffen Hofmann (52.) hätte aber noch mehr herausschauen können. Hamdi Salihi (59.) hielt die Rieder Heimserie von nun 20 Spielen ohne Niederlage aber aufrecht.

Rapid "eher nicht zufrieden"
"Es ist nicht einfach, hier zu gewinnen. Es wäre aber wesentlich mehr drinnen gewesen", meinte Rapid-Kapitän Hofmann. "Wir sind eher nicht zufrieden." Trainer Peter Pacult attestierte seinem Team nach dem ersten Saison-Remis der Liga hingegen, "gut in die Saison hineingekommen" zu sein. Mit vier Zählern aus drei Partien liegen die Hütteldorfer im Moment auf Platz sieben, nach Verlustpunkten winkt aber Rang vier, den derzeit Ried einnimmt.
(apa/red)

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