Sturm - Anderlecht von

Grazer Fehlersuche

Individuelle Fehler kosten die Blackies mögliche Punkte in der Europa League

Sturm - Anderlecht - Grazer Fehlersuche © Bild: GEPA/Riedler

Ein Punkt wäre für Sturm Graz drin gewesen. Am Ende gab es trotzdem eine 0:2-Heimniederlage gegen RSC Anderlecht. Die Grazer machten sich in der Europa League selbst das Leben schwer. "Diese individuellen Fehler ziehen sich wie ein roter Faden durch die ganze Saison", analysierte Trainer Franco Foda.

Die Schuldigen waren nach der Niederlage mit Goalie Silvije Cavlina und Innenverteidiger Thomas Burgstaller schnell gefunden. Der Sturm-Tormann warf vor dem 0:1 genau zum Gegner aus und ließ dann auch noch nach einer Mbokani-Hereingabe den Ball aus, womit Guillaume Gillet einschießen konnte. Burgstaller sah wenige Augenblicke später nach einem Frustfoul die Ampelkarte, damit war die Partie gelaufen. "So etwas darf einem Routinier wie Burgstaller nicht passieren, schon gar nicht auf der Mittellinie", ärgerte sich Foda über den Ex-Rieder.

Die Gelb-Rote Karte hatte auch die taktischen Pläne des Sturm-Trainers durcheinandergebracht. Nach dem Ausschluss musste Foda mit Ferdinand Feldhofer einen Innenverteidiger bringen und konnte nicht wie geplant mit der Hereinnahme von Roman Kienast mehr Risiko gehen. "In der Meistersaison haben wir solche Fehler nicht gemacht, jetzt schon. Auf internationaler Ebene darf man sich so etwas nicht erlauben", sagte der Sturm-Coach.

Fehlendes Glück
Das 0:2 durch Europa-League-Toptorschütze Matias Suarez (5 Tore) war noch die negative Draufgabe. "Uns hat in den entscheidenden Phasen das Glück gefehlt. Das 0:1 und der Ausschluss waren der Knackpunkt im Spiel", fasste Martin Ehrenreich zusammen. Mario Haas ärgerte sich vor allem darüber, dass der Gegentreffer ausgerechnet in der stärksten Phase der Grazer gefallen war. "Man hat aber auch gesehen, dass wir mithalten können", fügte der 37-jährige Stürmer-Routinier hinzu.

Die Chancen der Grazer (3 Punkte) auf den Aufstieg sind jedenfalls deutlich kleiner geworden, vor allem auch weil Lok Moskau (6) im Parallelspiel AEK Athen (0) mit 3:1 besiegte. Optimistisch ist man im Lager von Österreichs Meister aber trotzdem. "Wir werden alles probieren, um den zweiten Gruppenplatz doch noch zu schaffen", sagte Feldhofer. Das unterstrich auch Foda. "Es sind noch neun Punkte zu vergeben, um Zweiter zu werden müssen wir sechs davon holen, dafür werden wir alles geben."

Der Deutsche blickte auch dem "Rückspiel" in zwei Wochen am 4. November im Constant-Vanden-Stock-Stadion positiv entgegen. "Ich bin zuversichtlich, da sind Kienast, Hölzl und Standfest wieder so weit, dass sie 90 Minuten durchhalten können", sagte der Deutsche.

Taktisch gute Leistung
Hoffnung gibt auch die zumindest taktisch starke Leistung der Grazer bis zur 70. Minute in einer extrem chancenarmen Partie und die Vorstellung der jungen Spieler. Der 20-jährige Christian Klem präsentierte sich auf der linken Abwehrseite als Alternative für den angeschlagenen Giorgi Popchadse, zudem rechtfertigte der noch 18-jährige Florian Kainz seinen Einsatz links im Mittelfeld anstelle von Andreas Hölzl mit einer erfrischenden Vorstellung. "Sie haben gut gespielt und gezeigt, dass man mit ihnen planen kann", lobte Foda das Duo.

Die Belgier hatten in der UPC-Arena ihre Offensivqualitäten nur selten aufblitzen lassen, dank der Fehler des Gegners gab es für die Truppe von Chefcoach Ariel Jacobs, die aufgrund ihrer Spielweise wohl auch mit einem Remis zufrieden gewesen wäre, trotzdem den dritten Sieg in Folge. Im "Rückspiel" in zwei Wochen wird der belgische Rekordmeister, der nun schon neun Pflichtspiele in Folge gewonnen hat (sieben davon zu Null), sicher voll motiviert zur Sache gehen, kann er doch mit einem Remis oder vollen Erfolg schon frühzeitig den Aufstieg in die Runde der letzten 32 fixieren.