Stündlich 6.000: UNHCR von massenhafter Rückkehr der Libanon-Flüchtlinge überrascht

UNICEF sieht Kinder durch Blindgänger gefährdet Hisbollah verspricht Bombenopfern Wiederaufbauhilfe

Die Vereinten Nationen bemühen sich nach Darstellung von UNO-Flüchtlingshochkommissar Antonio Guterres bei ihrer Libanon-Hilfe darum, mit der "erstaunlichen" Massenrückkehr Schritt zu halten. Das Wichtigste sei zunächst, die UNHCR-Mitarbeiter so schnell wie möglich in die Not leidenden Gebiete zu bringen, sagte Guterres am Dienstag einem portugiesischen Radiosender.

Eine UNO-Sprecherin erklärte, stündlich machten sich mehr als 6.000 Menschen auf den Weg in den Südlibanon. Das UNHCR verteile an der Grenze zu Syrien Wasser, Lebensmittel, Handtücher und Rehydrationssalz verteilt, teilte eine Sprecherin mit. Andere Teams helfen den Rückkehrern auf den teils zerstörten Straßen im Libanon. Guterres sagte, schätzungsweise eine Million Menschen hätten wegen der Kämpfe ihre Häuser verlassen. Etwa 200.000 von ihnen hätten den Libanon verlassen, die meisten nach Syrien.

Das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF verwies indes auf die besonderen Gefahren für Kinder im Libanon nach dem 34-tägigen Krieg zwischen Israel und der Hisbollah. Der Tod eines Kindes bei der Explosion eines Blindgängers am Montag im Süden des Landes zeige das Risiko, das von nicht explodierten Landminen, Bomben und Granaten ausgehe. Schon während des Konflikts hätten Kinder einen besonders hohen Preis gezahlt. Allein im Juli seien insgesamt 38 Kinder getötet worden, sagte UNICEF-Sprecher Michael Bociurkiw am Dienstag. Die UN-Organisation startete nach eigenen Angaben mit Flugblättern, Spots in Fernsehen und Radio eine Aufklärungskampagne für die rückkehrenden Flüchtlinge, die die Eltern auf die Gefahr durch Blindgänger aufmerksam machen soll.

Kein Wasser, kein Strom
Nasrallah kündigte an, die Hisbollah werde umgehend damit beginnen, die durch die israelischen Luftangriffe zerstörten Häuser zu reparieren. Den Besitzern der rund 15.000 beschädigten Häuser versprach der Hisbollah-Chef finanzielle Unterstützung.

Der libanesische Innenminister Ahmed Fatfat kündigte an, die libanesische Armee werde die Sicherheitskontrolle an den Grenzposten übernehmen. Die USA hatten gefordert, die Grenzkontrollen müssten verstärkt werden, um Waffenlieferungen an die Hisbollah aus Syrien und dem Iran zu unterbinden. (apa/red)