"Studiengebühren lösen Finanzprobleme nicht": Konflikt bleibt trotz neuem Minister

ÖH-Vizechef: "Universitäten sind unterfinanziert" Gesprächsklima mit Töchterle ist aber freundlicher

"Studiengebühren lösen Finanzprobleme nicht": Konflikt bleibt trotz neuem Minister © Bild: APA/Stefanik/NEWS.at

Die Studiengebühren bleiben auch unter dem neuen Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle ein ewiges Streitthema. Doch hat sich zumindest das Gesprächsklima gebessert, so Thomas Wallerberger, stellvertretender Vorsitzender der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH). Im Interview mit NEWS.at spricht er zudem über fehlende Finanzmittel, mögliche Konflikte und bessere Argumente.

NEWS.at: Der neue ÖVP-Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle hat zur Diskussion um Studiengebühren angekündigt, den besseren Argumenten weichen zu wollen. Welche wollen Sie anführen?
Thomas Wallerberger: Töchterle als ehemaliger Rektor weiß, dass eine Wiedereinführung der Studiengebühren nicht die Finanzprobleme an den Unis lösen wird, deshalb ist ihm das auch nicht so wichtig. Ihm ist bewusst, dass einfach mehr Mittel aus dem Bundesfinanzrahmen benötigt werden.

NEWS.at: Trotzdem ist offizielle ÖVP-Linie, die Studiengebühren wiedereinzuführen. Töchterle selbst sagte, dass er nicht unabhängig von der Partei agieren kann.
Wallerberger: Das ist ein Konfliktfeld, das sicherlich auf die ÖH und Töchterle zukommen wird. Momentan steht aber die finanziell prekäre Lage im Mittelpunkt. Schließlich sinken die Mittel für die Universitäten im neuen Bundesfinanzrahmen.

NEWS.at: Wenn die Studiengebühren-Diskussion wieder aktuell wird: Mit welchen Argumenten wollen Sie Töchterle dann überzeugen?
Wallerberger: Prinzipiell gibt es eine chronische und strategische Unterfinanzierung der Universitäten durch den Staat. Und das führt zum Argument, dass die Studenten auch zahlen sollen. Es ist auch eine Art Ablenkungsmanöver, denn eigentlich hat das Parlament beschlossen, zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts in die Hochschulen zu stecken. Das ist aber nicht der Fall. Das andere wichtige Argument gegen Studiengebühren ist, dass Studenten dadurch vom Studieren abgehalten werden. Viele haben abgebrochen, weil sie sich das nicht mehr leisten können.

NEWS.at: Das Gegenargument ist, dass die sozial Schwächeren von der Studienbeihilfe aufgefangen werden.
Wallerberger: Das stimmt nicht. Zunächst einmal beziehen nur 18 Prozent der Studierenden Beihilfe. Da gibt es mehrere Abstufungen. Außerdem kann man nicht vom Höchststipendium leben, das liegt unter der Armutsgrenze. Die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Anm. d. Red.) hat festgestellt, dass das Stipendiensystem im internationalen Vergleich eines der schlechtesten ist.

NEWS.at: Töchterle ist der erste Wissenschaftsminister, der nach Amtsantritt persönlich die ÖH besucht hat. Was erwarten Sie sich nach dem ersten Treffen von ihm?
Wallerberger: Es ist auf jeden Fall schon mal ein freundlicheres Klima vorhanden als noch unter seinen Vorgängern Hahn und Karl. Er zeigt mit seinem Besuch, dass ihm nicht nur die Rektoren, sondern auch die Studierenden als Ansprechpartner wichtig sind. Ich erwarte mir, dass mit Töchterle Projekte einfacher umzusetzen sind, beispielsweise die Wahlrechtsreform bei den ÖH-Wahlen. Bei strittigen und emotionalisierten Punkten wie den Studiengebühren wird man sich wohl nicht einig werden.

Kim Son Hoang

Ein Interview mit Wissenschaftsminister Töchterle finden Sie im aktuellen NEWS 19/11

Kommentare

Studiengebühren lösen Finanprobleme nicht..?.. vielleicht doch, denn wenn viele unserer Herren und Damen "BERUFSmäßig-Dauer-Demonstrier-Studierende" KOSTENLOS auf der Uni einer "Altersversorgung" entgegensitzen und dadurch anderen ERSTHAFT in der Zeit studieren WOLLENDEN den Platz versitzen, hat die Studiengebühr sehr wohl einen sehr wegweisenden und großteils kostenentlastenden SINN.

RobOtter

@christian95 - Pensionsreform? Dir gebührt die Auszeichnung "Scherzkeks des Monats"
Du beklagst Dich dass zur Zeit zu wenig Geld für Pensionen da ist und verlangst eine Pensionsreform? Glaubst Du nur annähernd, dass heutige oder zukünftige Pensionisten mehr Geld durch eine Pensionsreform lukrieren können?

christian95 melden

Für die Bildung unserer Jugend, für die Pensionen, usw.... ist zu wenig Geld da Aber wir schicken großzügig Mrd. nach Griechenland, Irland & Co statt das viele Geld im eigenen Land zu investieren.

Obwohl man über 10 Mrd. in der Verwaltung einsparen kann, erhöhen Faymann, Pröll & Co wieder einmal die Steuern.

Weiterhin keine:

Pensionsreform
Bildungsreform
Verwaltungsreform
Staatsreform
Gesundheitsreform
usw.

Steuerquote
Österreich 42,2%
Deutschland 39,4%
Tschechien 34,3%
Griechenland 29,1%
Irland 27,0%

hubsifubsi melden

Re: Für die Bildung unserer Jugend gib dir vollkommen recht,nur leider wird sich nichts aendern,dazu braucht man politiker mit rueckrat und volksnaehe,unsere politiker,ich muss bzw kann es leider nicht anders sagen......"sch...." auf uns !!!
und ab 2013 wird es nach der wahl noch schlimmer,rot,schwasrz und gruen werden von blau eine auf die nase bekommen und bei 40% liegen,nur was passiert dann? die FPÖ hat ja auch null vertrauenswuerdige politiker!!!!
aber zumindestens der unnoetigen EU wird dann vielleicht nicht mehr alles in den po geschoben.....

Kontrollorgan melden

@Christian immer und immer wieder gebetsmühlenartiges posten, bis zum kotzen, und dann noch 15 einträge, völlig losgelöst. copy-paste, und gemma, noacheinmal, nocheinmal ...
was dir in deinem postingwahn entgangen sein dürfte, Pröll erhöht gar nix mehr.

RobOtter
RobOtter melden

@christian95 - Keine Quellenangaben von Dir, daher ...möchte ich die Statistik der WKO unter http://www.wko.at/statistik/eu/europa-abgabenquoten.pdf zitieren:
Abgabenquoten in Europa (in % des BIP):
Österreich 42,7 %
Frankreich 43 %
Belgien 43,4 %
Finnland 43,5 %
Schweden 45 %
Dänemark 45,3 %
alle anderen Länder in Europa haben eine geringere Abgabenquote. Der Durchschnitt in der Eurozone liegt bei 39,6% des BIP

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