Studiengebühren bald wieder im Anmarsch?
Hahn denkt laut über Wiedereinführung nach

Zustrom aus dem Ausland sei zu stark angewachsen Wissenschaftsminister erntet harte Kritik für Vorstoß

Studiengebühren bald wieder im Anmarsch?
Hahn denkt laut über Wiedereinführung nach © Bild: APA/Fohringer

Wissenschaftsminister Johannes Hahn will die Studiengebühren wieder flächendeckend einführen und forderte von der SPÖ eine Diskussion darüber. Derzeit gebe es einen enormen Zustrom aus dem Ausland. Studenten aus Deutschland und der Schweiz würden aufgrund der Zugangsbeschränkungen und Gebühren im eigenen Land nach Österreich ausweichen. Außerdem regte Hahn eine Vereinfachung der Regelung für Zugangsbeschränkungen an. Details nannte er keine.

Er wünsche sich, dass die SPÖ die Fakten anerkenne, so Hahn in der ORF-Pressestunde. Für die Medizin-Unis hofft Hahn auf eine Verlängerung der Quotenregelung. Eine Verlängerung oder Akzeptanz der Quote durch die EU "wird unabdingbar sein".

Die schlechten Werte der Uni Wien bei den Betreuungsverhältnissen im "Times Higher Education World University Ranking" wollte er nicht überbewerten, denn Österreich sei im Vergleich benachteiligt. Nachholbedarf sieht Hahn beim Uni-Studium als berufsorientierte Ausbildung. Diskutieren will er auch, ob der Fächerkanon noch zeitgemäß sei.

Von "Ratlosigkeit" bis "Loser der Regierung"
Der Auftritt von Wissenschaftsminister Johannes Hahn hat Kritik von allen Seiten nach sich gezogen. Die SPÖ attestierte dem Ressortchef "Ratlosigkeit", die ÖH sprach von "Angstmache" und die Opposition von einer "Bankrotterklärung" und "offenen Fragen".

"Auf jede Herausforderung im Universitätsbereich kommt von Minister Hahn bloß reflexartig die Studiengebühren-Ausrede", meinte SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl in einer Aussendung. "Das zeugt nicht gerade von einer kreativen, visionären Wissenschafts- und Hochschulpolitik, sondern eher von Ratlosigkeit", kritisierte sie. Auch FPÖ-Wissenschaftssprecher Martin Graf vermisste "zukunftsweisende Konzepte". Hahn habe durch seine "leeren Worthülsen mehr Fragen offen gelassen, als beantwortet".

Ins selbe Horn blies auch Grünen-Wissenschaftssprecher Kurt Grünewald: "Johannes Hahn lässt nach einer Stunde Gespräch nur offene Fragen zurück." Hahns Auftritt sei ein Spiegelbild seiner Politik: "Viele seiner Argumente entbehren der Objektivität und verzerren die Realität." BZÖ-Generalsekretär Martin Strutz sprach von einer Bankrotterklärung und nannte Hahn den "Loser dieser Regierung", der "eine Nullbilanz" vorzuweisen habe. (apa/red)

Kommentare

melden

Studiengebühren.. alles nicht so monokausal Ich sehe dies etwas differenzierter als Vasant. Dem Staat kostet ein Studium ca. 70.000 Euro. Es gibt Unterschiede in den Fachrichtungen sowie Studiendauer, aber man kann diese Zahl als Richtwert sehen.

Problem ist nur das Österreich 70.000 Euro in einen ausl. Studenten investiert, und Bildung ist als Investment zu sehen. Nun kann man aber nun davon ausgehen das ein hoher Prozentsatz der ausländlischen Studenten in ihr Heimatland zurückkehren. Abgesehen davon das unter Umständen ein ausl. Student einen Österreicher daran hindern könnte einen Studienplatz zu bekommen. Das sind 2 Verlustszenarien für den Staat. Ich bin für Studiengebühr.. aber wenn nur für ausl. Studenten. EU hin EU her.


Quelle
http://orf.at/090908-42325/?href=http%3A%2F%2Forf.at%2F090908-42325%2F42326txt_story.html

KuehlerBlonder melden

Re: Studiengebühren.. alles nicht so monokausal Man sollte die Studiengebühren als Leistungsmodell starten. je schneller man fertig ist um so weniger Studiengebühren sind fällig. Man muss natürlich klar stellen das genug Plätze für Lesungen usw. vorhanden sind. Also je länger man "studiert" um so teurer wird es

melden

Re: Studiengebühren.. alles nicht so monokausal Im Grunde sehen wir es gleich, denn es geht um Kosten
für den Steuerzahler und wenn ich etwas will, dann muss
ich auch was dafür tun. So hab ich es gelernt und daher
habe ich auch diese Meinung dazu.

Österreich zahlt eh in vielen Bereichen drauf und dank
der EU dürfen wir jetzt nicht mal mehr eigene Regeln
machen und sollen Bildung für ALLE finanzieren.

Nochmal: Wer studieren will, der soll auch die Gebühren
zahlen und wer sich dafür zu schade ist, der soll mal ca.
40ig Stunden pro Woche hackeln gehen. PUNKT!

melden

Richtig so! Für alles im Leben musst zahlen, also auch für Bildung und
das System finanziert sich sicher nicht durch Steuergelder!

Wer studieren will soll zahlen und wer sich das nicht leisten
kann, der soll hackeln gehen und Steuern zahlen! Punkt!

melden

Re: Richtig so! Dieser Kommentar kann auch nur von einem stammen, der noch nie eine Universität von innen gesehen hat. Ich selbst bin (fleißiger) Student und brauche drei (!) Nebenjobs um mich finanziell über Wasser zu halten. Wenn jetzt wieder diese Studienbeiträge (Gebühren sind das keine!) kommen, würde ich sehr schnell in finanzielle Schwierigkeiten kommen.

Was fair und richtig wäre, wäre die Wiedereinführung der Beiträge für ausländische Studierende, da, wie bereits im Artikel erwähnt, immer mehr ausl. Studierende zu uns kommen und ihre heimischen Zugangsbeschränkungen umgehen.

Rasso melden

Re: Richtig so! Das geht aber nicht - wegen der EU - da darf man den beispielsweisen Deutschen kein Geld abknöpfen - wenn die Österreicher gratis studieren - wir sind alle Europa

melden

Re: Richtig so! Wenn du z.B. mit den Wiener Linien fährst, dann brauchst
auch ein Ticket und denen ist egal, ob du 3 Nebenjobs hast
oder nicht ... das Ticket musst bezahlen.

Dank der EU darf jeder ins Land und die Steuerzahler
dürfen das dann finanzieren und das kann nicht sein!!

melden

Re: Richtig so! ja, ja, die studenten müssen nebenjoben, es heißt immer nur joben nur nicht arbeiten. da liegt der feine unterschied. also geht es doch- joben und studieren, daher ja zu studiengebüren.

melden

Re: Richtig so! Damit studieren wieder ausschließlich die Söhne und Töchter von den Reichen.

melden

Re: Richtig so! Stimmt nicht ganz Mannix, denn z.B auch Kinder von
nicht-Reichen können sich ein Auto leisten, die müßen
halt arbeiten, damit sie sich das finanzieren können.

Gleiches Muster ... wenn du studieren willst, dann musst
halt auch dafür zahlen sprich arbeiten gehen und auch
was leisten.

Wie kommt denn der Steuerzahler dazu, dass er die
Ausbildung von anderen finanzieren soll? So gehts
auch nicht!

Seite 1 von 1