Studie von

So tickt Österreichs Jugend

So stehen 14- bis 29-Jährige zu den Themen Drogen, Familie, Aussehen und Sex

Jugend © Bild: Thinkstock/Ingram Publishing

Österreichs Jugend ist beim Thema Freigabe weicher Drogen gespalten: Knapp 50 Prozent lehnen die Legalisierung von Marihuana laut Jugend Trend Monitor 2014 ab, nur rund ein Drittel spricht sich explizit dafür aus. Die repräsentative Befragung von web-aktiven Personen im Alter von 14 bis 29 Jahren ergab u.a. außerdem, dass jeder Fünfte zumindest einmal pro Woche eine Pornoseite besucht.

Vier von zehn der mehr als 3.000 Befragten haben schon einmal in ihrem Leben Marihuana konsumiert. Für 14 Prozent bleibt es bei einer einmaligen Erfahrung. 24 Prozent befürchten, dass eine Legalisierung zu einem Boom führen könnte, der die Hemmschwellen zum Konsum härterer Drogen senken würde, geht aus dem bei einer Pressekonferenz in Wien von Marketagent.com und DocLX vorgestellten Monitor hervor.

Jugend und Sex

80 Prozent der Befragten legen nach eigenen Angaben sehr viel Wert auf Treue. Sexualität hat für 37 Prozent einen hohen Stellenwert, während knapp 28 Prozent Zärtlichkeit für wichtiger halten. Ein Drittel der 14- bis 29-Jährigen hatte im Leben bisher zwischen zwei und fünf Sexualpartner. "In Anbetracht der Altersspanne deutet dies auf ein vergleichsweise konservatives Sexualverhalten hin", analysierte Marketagent.com-Gründer Thomas Schwabl. 41 Prozent haben zumindest einmal pro Woche Sex, 57 Prozent würden sich mehr wünschen.

Pornokonsum

Ihr "erstes Mal" erleben die jungen Österreicher durchschnittlich mit 16, aber 17 Prozent vor dem 14. Lebensjahr. Rund 80 Prozent aller Befragten haben mindestens einmal einen Porno gesehen. Ein knappes Drittel holt sich "Anregungen" aus solchen Filmen. Der Pornokonsum ist - wenig überraschend - eine männliche Vorliebe. 38,7 Prozent der männlichen und nur 3,5 der weiblichen Befragten klicken wöchentlich Porno-Content an.

Jugendstudie 2014
© APA/Margret Schmitt

Familienorientierte Generation

Bei den Jugendlichen von heute handelt es sich laut Schwabl um "eine sehr familienorientierte Generation". Dass knapp 54 Prozent ihre Eltern als Vorbilder sehen, würde das belegen. 63 Prozent erkennen an sich starke Ähnlichkeiten in Charakter und Persönlichkeit mit ihren Eltern. Über 60 Prozent sind der Überzeugung, ähnliche Werte, Meinungen und Einstellungen zu vertreten. Trotzdem möchten mehr als 77 Prozent nicht so wie ihre Eltern werden. Dazu Alexander Knechtsberger, Eigentümer der Eventmarketing-Agentur DocLX: "Nach Workaholics kommt nun eine gut ausgebildete Generation mit hohem Bewusstsein für Work-Life-Balance auf den Arbeitsmarkt zu."

Was als attraktiv empfunden wird

Gutes Aussehen betrachten knapp 90 Prozent sowohl für das gesellschaftliche Weiterkommen als auch das persönliche Selbstbewusstsein als sehr wichtig oder wichtig. 76 Prozent sind mit ihrem eigenen Aussehen zufrieden. Fast drei Viertel setzen dabei auf Sport, Kosmetika stehen bei Frauen (87,4 Prozent) hoch im Kurs. Ein Drittel der Befragten hält sich im Fitnesscenter in Form. Ins Solarium gehen elf Prozent, Schönheitsoperationen wurden nur von 1,1 Prozent genannt. Am ehesten kann sich die Jugend kosmetische Eingriffe bei den Zähnen vorstellen.

Apropos: Als sehr attraktiv werden weiße Zähne von mehr als 50 Prozent angesehen. 29,7 Prozent finden an einem durchtrainierten Körper gefallen. Knapp ein Viertel gab an, zumindest ein Tattoo oder Piercing zu haben. Aber nur 16,8 Prozent finden "Peckerln" auch attraktiv. Hipstern sei noch gesagt: Lediglich 7,4 Prozent der Jugend schätzen Vollbart als ansprechend ein.

Kommentare