Forschung von

Alzheimer durch Kupfer

Über Nahrung und Leitungswasser aufgenommenes Metall könnte Erkrankung fördern

Alter Mann © Bild: Thinkstock/iStockphoto

Zu viel Kupfer in der Nahrung kann zum Entstehen von Alzheimer beitragen, so das Ergebnis einer an der University of Rochester durchgeführten Studie. Das liegt daran, dass hohe Kupferwerte im Gehirn den Abbau jenes Proteins blockieren, das für die Entstehung von Alzheimer verantwortlich gemacht wird.

Kupfer ist an sich ein wichtiger Bestandteil der Ernährung und essenziell für die Gesundheit. Leitungswasser, das durch Kupferleitungen fließt, rotes Fleisch, Krustentiere, Obst und Gemüse liefern über die Nahrung Kupfer. Dem Team um Rashid Deane zufolge wird durch den verstärkten Kupfer-Konsum die Funktion der Blut-Hirn-Schranke verändert. Die Blut-Hirn-Schranke stellt einen Schutzmechanismus des Gehirns dar.

Kupfer fördert Alzheimer

Bei Versuchen mit Mäusen zeigte sich, dass jene Tiere, die über das Wasser mehr Kupfer aufnahmen, auch über stärkere Ablagerungen des Metalls in den Blutgefäßen im Gehirn verfügten. Für ihr Gehirn wurde es schwerer, das Protein Beta-Amyloid abzubauen, so das in "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlichte Studienergebnis. Ablagerungen dieses Proteins im Gehirn wiederum sind eines der Kennzeichen von Alzheimer.

Darüber hinaus bewirkt Kupfer, dass auch größere Mengen von Beta-Amyloid produziert werden. "Es ist ein Doppelschlag, bestehend aus einer erhöhten Produktion und einem verringerten Abbau", so Deane. Kupfer sei jedoch für den menschlichen Körper sehr wichtig. Ein Mangel sei daher nicht sinnvoll. Viele wertvolle Nahrungsmittel enthalten dieses Metall. Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Kupfer könnte allerdings zu viel des Guten bedeuten.

Kupfer schützt vor Alzheimer

Ganz anderer Meinung ist Chris Exley von der Keele University. Seiner Ansicht nach gibt es keinen wirklichen Konsens über den Zusammenhang zwischen Kupfer und Alzheimer. In seinen Forschungen mit menschlichen Gehirnen ist er zu einem völlig anderen Ergebnis gekommen.

"In unseren neuesten Studien haben wir herausgefunden, dass geringere Kupferwerte im Gehirn mit der Alterung und Alzheimer in Verbindung stehen. Wir haben auch nachgewiesen, dass niedrigere Kupferwerte mit stärkeren Ablagerungen von Beta-Amyloid in Zusammenhang stehen", so Exley. Derzeit geht er davon aus, dass Kupfer eine schützende Wirkung auf das Gehirn hat. Gesichert sei diese Erkenntnis allerdings noch nicht.

Kommentare

Ignaz-Kutschnberger

Wäre das nicht gut für sämtliche Parteien in Österreich, wenn wir ALLE an Alzheimer erkranken - und das am besten schon im zarten Alter von20 ?? :)
Also, warum versucht man ein Mittel dagegen zu finden??

Soviel zu Studien: 2 zum selben Thema mit 100% unterschiedlichem Ergebnis.

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