Studie von

Armut in der Welt im vergangenen Jahrzehnt halbiert

Deutlicher Rückgang auf 15 Prozent - Aber keine stabile, globale Mittelschicht

Bettler auf der Straße © Bild: JOHANNES EISELE/AFP/Getty Images

Der Kampf gegen Armut hat laut einer Studie im ersten Jahrzehnt dieses Jahrtausends Fortschritte gemacht. Von 2001 bis 2011 habe es "einen historischen Rückgang der globalen Armut" gegeben, heißt es in dem Papier des US-Instituts Pew Research Center.

Der Anteil der Weltbevölkerung, die mit weniger als zwei Dollar (1,82 Euro) pro Tag auskommen muss und daher als "arm" eingestuft wird, sei in dem Zeitraum von 29 auf 15 Prozent zurückgegangen. Allerdings erreichten die meisten Aufsteiger nur die nächsthöhere Einkommensstufe von zwei bis zehn Dollar täglich. Ein solches niedriges Einkommen hatten der Studie zufolge 2011 insgesamt 56 Prozent der Weltbevölkerung. 2001 waren es demnach 50 Prozent gewesen.

Der Anteil der Menschen mit mittlerem Einkommen und Einkommen im oberen mittleren Bereich zwischen zehn und 50 Dollar stieg der Untersuchung zufolge im gleichen Zeitraum von 14 auf 22 Prozent. Die Bemühungen, weltweit eine stabile Mittelschicht zu etablieren, kämen aber nur langsam voran, konstatierte das Forschungsinstitut.

Größte Fortschritte in China, Südamerika und Osteuropa

Den größten Zuwachs an Aufstiegen aus der Armut in die Mittelschicht waren laut Pew Research in China, Südamerika und Osteuropa festzustellen. In Indien, Südostasien und Zentralamerika habe sich die Mittelschicht hingegen kaum vergrößert.

Trotz der Fortschritte sieht das Pew Research Center weiter Handlungsbedarf. Die Kluft zwischen den Lebensbedingungen der Industrieländer und der Schwellen- und Entwicklungsländer habe sich im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts "kaum verkleinert". 2001 hätten 91 Prozent der reichsten Menschen der Welt in Nordamerika und Europa gelebt, 2011 lag der Anteil den Angaben zufolge bei 87 Prozent.

Kommentare

christian95 melden

Österreich ist anderes!
Bei uns steigt rapid die Armut an! Bereits 1,3 Mio Menschen sind arm oder armutsgefährdet. Immer mehr Menschen schlittern in die Arbeitslosigkeit.... Das unter einem SPÖ Bundeskanzler und einem ehemaligen ÖGB Präsidenten! Von einer ÖVP /(Mitterlehner ist ein Wirtschaftsbonze) kann man nichts anderes erwarten.

Bill Rizer
Bill Rizer melden

Natürlich steigt sie bei uns an, bekanntermaßen funktioniert die EU nach dem Prinzip der kommunizierenden Gefäße. Wenn plötzlich der gesammte Wohlstand unter allen Ländern aufgeteilt wird, verlieren die Länder denen es vorher gut ging, wohingegen die Länder denen es (gemessen am Durchschnitt) schlechter ging, auf deren Kosten profitieren.

christian95 melden

Das nennt man dann "Solidarität und Gerechtigkeit"!
Immer wenn die Linken von "Gerechtigkeit" reden heißt das, WIR müssen auf Wohlstand verzichten!

higgs70
higgs70 melden

Ihnen ist aber schon klar,dass man große Teile der eigenen Landwirtschaft im afrikanischen Bereich durch Billigimporte aus der Überschußproduktion der maschinenintensiven Landwirtschaft der Industriestaaten demoliert hat? Und dass wir an den Rohstoffplünderungen kräftig mitbeteiligt waren? Also dass es bis jetzt genau umgekehrt war.

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