Stronachs Pferde-Pleite: Aus Pferdebahn Magna Racino könnte ein Golfplatz werden

NEWS: Harter Sparplan als allerletzter Ausweg Statt geplanter 500.000 Besucher kamen nur 145.000

Stronachs Pferde-Pleite: Aus Pferdebahn Magna Racino könnte ein Golfplatz werden

Millionenverluste in Stronachs Pferdepark: Scheitert harter Sparkurs, soll aus der Pferdebahn Golfplatz werden. Showdown im niederösterreichischen Ebreichsdorf. Frank Stronachs Pferde-Las-Vegas stellt die Neonlichter auf Sparflamme. Und schon bald könnten im Magna Racino Golfbälle statt Rossknödel auf das weite Grün fallen. Denn die Lage ist ernst. Greifen die harten Sparpläne des Racino-Managements nicht, steht eine radikale Neugestaltung des weitläufigen Areals im Raum.

Aus dem Sattel geworfen. Die Fakten im Detail:

* Anstatt der angepeilten 500.000 Besucher pro Jahr werden heuer nach Eigenangaben nur knapp 145.000 erreicht - inklusive aller Nebenveranstaltungen.

*Das letzte Quartal der Muttergesellschaft Magna Entertainment Corporation (MEC) brachte weitere schmerzhafte Millionenverluste. Heuer fiel bereits ein Minus von rund 58 Millionen Euro an, woran das Magna Racino kräftig beteiligt ist. Und das trotz des Verkaufs des Golfklubs Fontana an eine andere Magna-Gesellschaft, der rund 30 Millionen Euro einbrachte. Frank Stronach dazu: "Wir sind mit zu großen Ausgaben belastet. Daher sind wir bestrebt, unsere Schulden weiter zu reduzieren." Als Folge der kumulierten Verluste (zwischen den Jahren 2003 und 2005 immerhin 169 Millionen Euro), wurde zu Herbstbeginn das oberste MEC-Management ausgetauscht. Frank Stronach selbst fungierte gar als Interimsboss.

*Die Anzahl der abgewickelten Renntage wird von heuer 41 im kommenden Jahr auf 25 reduziert. "Momentan sind viele Renntage ein Verlustgeschäft. In Österreich ist der Pferdesport offensichtlich nicht so populär, wie es in der optimistischen Startphase angenommen wurde. Die Renntage sind zu viel geworden", analysiert Racino-Geschäftsführer Herbert Ripel die verfahrene Situation.

Golfplatz statt Vollblut
Ein rigider Sparkurs ist die einzige Rettung für die angeschlagene Pferdearena. Denn 2007 steht das entscheidende Stechen bevor. So lange hat sich Frank Stronach bei der Eröffnung vor drei Jahren Zeit gegeben, die Rentabilität seines Lieblingsprojekts zu überprüfen.

Der Ebreichsdorfer Bürgermeister Josef Pilz berichtet von konkreten Überlegungen zur Errichtung einer 400-Betten-Hotelanlage an der jetzigen Rennbahn und möchte von Stronach auch Näheres über ein geplantes Golfplatzprojekt am Standort wissen. Die Flächenwidmung steht einem solchen jedenfalls nicht grundsätzlich entgegen. Nur das Umland sei geschützt, so der Bürgermeister. Zudem gibt es trotz des bestehenden Golfplatzes im Gemeindegebiet Bedarf nach weiteren Greens im südlichen Wiener Umland.

Letztes Aufgebot
Unter den rund 250 Mitarbeitern des Racino macht sich ebenfalls schon heftige Unruhe breit. So sollen zahlreiche Verträge schon im kommenden Jahr auslaufen. Und im Lager der Pferdebesitzer, die die Dienstleistungen des Racinos nützen, gibt es erste ernst zu nehmende Abwanderungstendenzen Richtung Freudenau. Aufgrund ungeklärter Baurechtsverträge und der lokalen finanziellen Malaise gab es dort heuer zwar nicht einmal eine Hand voll Renntage, doch die Racino-Flüchtlinge hoffen auf frische Impulse und den Standortvorteil City-Nähe. Die Tristesse ohne Zuschauer und Stimmung wollen sie sich nicht mehr zumuten.

Die gesamte Story lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von NEWS!