Landtagswahlen 2013 von

Franks teurer Wahlsieg

NEWS rechnet nach: Jede Wählerstimme kostete Stronach umgerechnet 57,47 Euro

Team Stronach © Bild: APA/Jäger

Frank Stronach ist vor allem eines: ein knallharter Business-Man. Sein Magna-Konzern machte ihn über die Jahrzehnte um geschätzte 1,2 Milliarden Dollar reicher. Jetzt hat Frank ein neues Geschäftsfeld entdeckt. Er kauft sich die österreichische Innenpolitik. Noch gibt er sich in seinen Ansprüchen bescheiden: "G’schäft ist des ja keines. Es werden 25 Millionen Euro sein, die ich investiere, wenn’s ein bissl weniger wird, wird’s mir lieber sein. Ich werd aber nicht verhungern.“

Dem Rechnungshof hat Stronach bislang 7,59 Millionen Euro als Parteispende an das "Team Stronach“ offengelegt. Jede Wählerstimme - in Kärnten waren es 36.256 und in Niederösterreich 95.802 - kostete ihn demnach 57,47 Euro. Er bekommt dafür die Stimmen, die Österreicher einen eher skurrilen, selbstherrlichen und sprunghaften Neo-Politiker. Doch die Frage ist: Warum fallen bloß so viele Menschen auf "Fränk“ herein?

Des Österreichers Urlaubsliebe für Italien in Ehren, aber müssen es gleich italienische Verhältnisse in der Politik werden? Anders als im sonnigen Süden bietet Geschäftsmann Stronach den Österreichern allerdings sogar "zwei zum Preis von einem“. Er kauft das Land wie Silvio Berlusconi. Und er unterhält die Politikverdrossenen wie Beppe Grillo - doch der hat, im Gegensatz zu ihm, sogar so was wie ein Programm.

Wer das Gold hat …

Kauft Stronach die Medien? Natürlich nur indirekt. Auch wenn er - ausgerechnet im italienischen Fernsehsender RAI Tre - erstaunlich offen bekannte: "Ich habe glücklicherweise sehr viel Geld, weil es braucht sehr viel Geld. Ich muss mir die Medien kaufen, dass ich zur Bevölkerung komme.“ Mit "kaufen“ meint er Inserate. Als Gegenleistung der Medien hätte er gerne ihm gewogene Berichterstattung. In der internen Mail eines Mitarbeiters hieß es: "Devise ist: Wir gehen nur in Medien, die uns freundlich gesinnt sind und von denen auch eine positive Berichterstattung zu erwarten ist.“

Diese wurden dann aber auch mit vielen doppelseitigen Inseraten bedacht: Laut den Werbebeobachtern von "Media Focus“ hat Stronach allein im Jänner und Februar 2,4 Millionen Euro Brutto-Werbevolumen verbraten. Das ist mehr, als die ÖVP und das Pröll-Komitee ausgegeben haben. Nicht eingerechnet sind dabei Kino-, Online- und Plakatwerbung. Allein die Plakatkosten in NÖ werden auf 1,5 Millionen Euro geschätzt. Viel Geld, damit Stronachs Konterfei flächendeckend affichiert wird. Dazu leistet sich die Milliardärstruppe Produktionskostenzuschüsse für Propaganda-ähnliche TV-Dokumentationen im Privatfernsehen.

Kauft Stronach auch noch Abgeordnete? BZÖ-Chef Josef Bucher musste bei diesem vollmundig angebrachten Vorwurf einen Rückzieher machen. Aber irgendeinen "Bonus“, wie er in Stronachs Geschäftswelt üblich ist, werden sich seine Mandatare wohl erwarten.

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Kommentare

Des is eh nur a Strohfeuer, a Spinnerei vom Frank und wird sicher in
2 - 3 Jahren wieder vorbei sein. Also wozu diese Aufregung?

Urlauber2620

Ich könnt mich schief lachen.In Scharen sind seine gekauften Anhänger hinter ihm hergelaufen und sich schon auf hohem Ross gesehen.Aber dann besetzte der alte Strohsack die Positionen anders und die hoffnungsvollen Möchtegern-Politiker haben das Nachsehen.Schliesslich ist das Ganze ja sein Spielzeug und da darf nur er damit spielen.In Kanada wollt er das auch machen aber die waren schlauer und haben ihm samt seiner Tochter den Korb gegeben.Darum ist er weggelaufen und nun will er sich Österreich kaufen.Wie sagt er so schön?Wer das Geld hat bestellt die Musik.Na dann viel Spass seinen Anhängern.

derpradler

Mit dem Finanzsystem kennen sich die Bilderberger ganz sicher besser aus als Stronach. Stronach ist ein Kapitalist, der durch die Hände-Arbeit anderer reich geworden ist. Wer als Lohnempfänger glaubt in ihm das Heil zu sehen, der sollte sich einmal die Regeln des "freien Marktes" zu Gemüte führen um zu wissen über was er da urteilt!

wintersun melden

Es scheint mir als wäre in der Stronach-Partei endlich jemand der wirklich Ahnung vom Finanzsystem hat und mit Kritik nicht spart.
Habe noch von keinem Politiker einer anderen österr. Partei so nachvollziehabre Informationen bez. Finanzsystem gehört, ein sehenswertes Interview:

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=sVxxBZPYMro

Der Herr kommt ehrlich rüber und gibt auch selbst zu "wir haben nicht für alles eine Lösung, aber wir haben Vorschläge".
Wer von den etablierten Parteien hätte den Anstand so eine Aussage zu machen?
Ich bin von der Stronach-Partei keineswegs zu 100% überzeugt aber dieses Interview hat mich ehrlich gesagt beeindruckt.
Vielleicht nimmt sich wer die Zeit und teilt mir seine Meinung dazu mit?

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Also bei einigem was er sagt stimme ich zu, nur in einem irrt der gute Mann fundamental: es ist nicht die Politik, die die Wirtschaft dominiert, sondern mittlerweile ist's umgekehrt. Und genau das möchte Franky auch noch bestärken. Was sich nunmehr in der EU meiner Meinung nach abspielt ist die von Marx vorhergesagte Bildung von Monopolen, die bisher von den Staaten aus Partikularinteressen unterbunden wurde. Das hat auch dazu geführt, dass über kurz oder lang der Staat nicht mehr so stark wie seine Wirtschaft ist, wie Franky es uns gerne glauben machen würde. Denn wenn ein Konzern eine gewisse Größe überschreitet, gibt er die Regeln vor. Schauen sie sich mal die Steuerleistung von Großkonzernen in Deutschland (z.B.Siemens) an. Und Gott gnade uns wenn Firmen mächtiger sind als der Staat.
Und abgesehen davon würde ich auch bezweifeln, ob ein Staat so zu führen ist wie eine Firma, denn letztere ist profitorientiert,der Staat hat aber für das Wohl seiner Bürger zu sorgen, die man ja nicht aus betriebswirtschaftlichen Gründen entlassen kann, wie ein Betrieb es tun würde um sich zu sanieren. Auch würde eine Gewinnorientierung in vielen Bereichen zu Einschränkung von Entwicklungsmöglichkeiten und letztlich Aufstand und Chaos führen, je stärker z.B.die Wirtschaft in die Universitäten reinkommt desto schlechter für die Grundlagenforschung, haben wir ja schon.


Naja, wie auch immer, auch ich habe meine Gründe fürs Insulanerdasein, nur sind die vollkommen diamentral zu denen der Stronach Partei. Denn von EU-phorikern nahtlos in die Plutokratie zu schlittern, auch wenns mit vielen schönen Worten wie z.B. denen von der "Würde des Menschen" behübscht ist, heißt vom Regen in die Traufe zu kommen. Und dort will ich nicht hin.
Aber gut, mittlerweile habe ich eingesehen, das Team Stronach als Konkurrenzpartei belebt hier zwar nicht das Geschäft, aber die Diskussion. Und das sollte man auf jeden Fall anerkennen;-)

daphne5 melden

Higgs 79, Ihr Posting ist seit Monaten das beste, das ich zu Stronach und zur wirtschaftlichen und politischen Lage gelesen habe. Chapeau!

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Ist aber auch nur eine Meinung unter vielen;-)...trotzdem danke für die Blumen.

wintersun melden

Vielen Dank dass Sie sich die Teit genommen haben @higgs.

Bisher wusste ich nur sehr grob wie die Ansichten der Stronach-Partei sind, deswegen hat mich das Interview so beeindruckt.
Denn wie gesagt, solche wahren Aussagen auch zur internationalen Politik sucht man bei den etablierten Großparteien vergebens.

Aber Ihre Aussage dazu bringt mir etwas Licht ins Dunkel und ich sehe schon wieder dass auch diese Partei bei weitem nicht das Gelbe vom Ei ist. Trotzdem bin ich froh dass endlich einmal ein Politiker auftritt welcher nicht davor scheut Wahrheiten anzusprechen welche andere lieber bedeckt lassen. Und das belebt wie Sie sagen die Diskussion.

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Naja, da waren's sicher nicht der einzige, der da im Dunkeln getappt ist;-)
Insofern kann man dem Mann in dem Video nur Respekt zollen. Es ist wohl eine Herkulesarbeit Menschen ein Parteiprogramm nahezubringen, das noch nicht mal feststeht, geschweige denn geschrieben ist. Noch dazu wo er nicht mal weiß, ob das was er gesagt hat in ein paar Wochen tatsächlich noch so gilt, wenn Franky dann mit dem endgültigen Programm unterm Arm aus Kanada zurückkehrt, denn er ist es ja, der die Werte vorgibt, oder so ähnlich;-)))

Armin Hüttenegger

Ich bin mir sicher, das jede Stimme für die "etablierten" Parteien in Wahrheit noch mehr gekostet hat. Der Unterschied ist nur Frank Stronach hat es bezahlt, die anderen Parteien nehmen es von den Steuerzahlern...

derpradler

Dann rechnet doch einmal nach, wieviel jede Stimme an Steuergeld den anderen Parteien kostet!

Lasst die Zeit arbeiten und diese zusammengekaufte Partei zerbröselt genau so wie FPÖ, BZÖ durch interne Uneinigkeiten. Denn getan muß werden was der Geldgeber sagt.

Warum fallen so viele Leute auf Frank herein, lautet oben eine Frage?
Ja warum? Weil die Leute gescheiter geworden sind, und zwar jene, die Z:B. in Kärnten auf die Versagertypen der dortigen Landesregierung hereingefallen sind, oder jene, die die niederösterreichischen Spekulationsverluste und deren Vertuschung verärgert hat u.s.w.

manipura melden

NEWS weiß wieviel die VP NÖ und Pröll für den Wahlkampf ausgegeben haben? Na sowas, bis dato hat sich Herr Karner da sehr bedeckt gehalten! Dann bitte offenlegen, das würde uns auch interessieren!

manipura melden

Wer durch NÖ gefahren ist, weiß, dass Herr Pröll da mit Plakaten noch sehr viel präsenter war, nicht zu vergessen die "Frühstückssackerl", Großveranstaltungen und sonstige Aktivitäten. Ein Schelm, wer da vertreiten will, dass die Wahlkampfmaschinerie des Herrn Pröll weniger gekostet hat!!!!!!!!!!!!!

manipura melden

Aber der Raiffeisen-Machtapparat wird da sicher auch ein bisserl dazu beitragen *g*. Siehe Agrana als Sponsor bei der Pröll-"Initiative für Niederösterreich".

manipura melden

Traurige Tatsache ist jedenfalls: Keine "neue" Partei hat eine Chance gegen die "alteingesessenen" Parteien, wenn nicht sehr viel Geld dahinter steht. Sieht man bei den "Neuen" a la Neos, Piraten etc.

manipura melden

Anscheinend haben die "Alteingesessenen" jetzt noch mehr Angst vor der Nationalratswahl. Ansonsten wäre so ein Artikel in NEWS nicht zu erklären! Tipp: Schreiben Sie doch auch über die Veranlagung der Wohnbaugelder in NÖ, recherchieren Sie da einmal! DAS würde uns interessieren!!!!!!!!!!!

manipura melden

Oder schreiben Sie einmal über das Raiffeisen-Imperium - auch DAS wäre interessant. Über den Machteinfluss dieser "Organisation" bei der ÖVP. Offensichtlich bei den Aktivitäten "Einsatz für Österreich" und "Initiative Niederösterreich". Was kommt als nächstes? Vielleicht bei der Nationalratswahl "Österreich stärken" *gg*??????

manipura melden

Oder versuchen Sie aufzuklären, ob Herr Pröll wissentlich - und öffentlich - Frau Petrovic falsch informiert hat!!!!!!! http://www.noen.at/news/politik/Petrovic-fuehlt-sich-von-Proell-angelogen;art150,446587

manipura melden

DAS wäre interessant. DAS würden wir uns als Leser wünschen! Aufklärung der Machenschaften der "alteingesessenen" Parteien. Ein Beitrag über einen alten Mann mit einer Partei, die kaum über 10 % kommen wird ist natürlich einfacher, da eckt man nicht an *g*

günza melden

lauter gute Fragen die aber sowieso nicht gehört werden. Genau das mit der Raiffeisen wäre interessant. Denn die ÖVP darf doch auch nur das machen, dass der Raika passt.

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