Strengste Sicherheitsmaßnahmen auf allen britischen Flughäfen: Massive Verspätungen

Selbst Babymilch muss vor Polizei gekostet werden Verstärkte Sicherheitskontrollen am Flughafen Wien

Nach der Vereitelung mehrerer Terroranschläge auf Passagierflugzeuge haben die britischen Behörden strengste Sicherheitsmaßnahmen auf allen Flughäfen des Landes angeordnet. Die Maßnahmen stünden nur eine Stufe unter einer denkbaren Schließung der Airports, berichtete BBC.

Betroffen sind zehntausende Passagiere. Sie dürfen kein Handgepäck mehr mit an Bord nehmen. Insbesondere sind alle elektronischen Geräte verboten - von Mobiltelefonen über Laptops bis zu MP3- oder CD-Playern. Die Passagiere seien aufgefordert worden, "absolut notwendige Gegenstände wie lebensnotwendige Medikamente ebenso wie Pässe und Flugscheine in durchsichtigen Plastikbehältnissen" bei sich zu führen.

Verboten sind auch alle Flüssigkeiten. Als einzige Ausnahme sei es gestattet, bei Reisen mit Kleinstkindern Babymilch in Flaschen mit zu führen. Mütter oder Väter müssten aber vor den Augen von Sicherheitsbeamten von der Milch kosten, um nachzuweisen, dass diese tatsächlich ungefährlich sei.

Besonders scharfe Sicherheitsvorschriften gelten für alle Flüge in Richtung der USA. Passagiere wurden aufgefordert, sich darüber auf den jeweiligen Airports zu informieren. Nach Angaben von Augenzeugen wird an Sonderschaltern für US-Flüge jeder einzelne Passagier eingehenden Körperkontrollen unterzogen.

Flugbetrieb in Heathrow wieder aufgenommen
Nach den vereitelten Terroranschlägen in London ist der Flughafen Heathrow wieder für den Verkehr freigegeben worden. Es gebe für innereuropäische Flüge von und nach Heathrow keine Beschränkungen mehr, teilte die britische Flughafenbetreibergesellschaft BAA am Donnerstagabend mit. Auch für Langstrecken gebe es keine Einschränkungen; die Fluggäste müssten sich aber auf lange Wartezeiten einstellen.

Verstärkte Sicherheitskontrollen am Flughafen Wien
Kein Tag wie jeder andere auch für die Beamten der Bundespolizeidirektion Schwechat. Nach den vereitelten Anschlägen in London herrschte am Flughafen Wien eine "sensible Situation", wie Oberstleutnant Peter Bencza vom Referant für Flugsicherheitswesen im Innenministerium berichtete. Terrorgefahr herrschte jedoch keine.

"Wir haben Sprengstoffhunde und Sprengstoffexperten im Einsatz. Außerdem wurde der Streifendienst verstärkt und Hand- sowie Großgepäck verstärkt kontrolliert", so Bencza. Diese intensiven Checks würden sich jedoch auf jene Flüge beschränken, die nach London oder in die USA gehen.

Der Einsatz der Beamten am Flughafen werde laut Bencza "bis auf Widerruf" fortgesetzt. Es handle sich aber um eine "reine Vorsichtsmaßnahme". Im Flughafengebäude selbst herrsche auch absolut kein Chaos. "Die Situation ist sensibel und wir warten stets auf weitere Informationen aus London. Aber Terrorgefahr besteht überhaupt keine."

(apa/red)