Umwelt von

Strengere HCB-
Grenzwerte in der EU

Nach Umweltskandal: Österreich gibt in Europa den Takt vor

Umwelt - Strengere HCB-
Grenzwerte in der EU © Bild: News/Ricardo Herrgott

„Das kommt im Leben eines Wissenschaftlers nur einmal vor, dass die eigene wissenschaftliche Arbeit umweltpolitisch derartig große Wellen schlägt“, sagt einer, der es wissen muss: Der renommierte Umweltmediziner Hans-Peter Hutter von der Medizinischen Universität Wien ist in einem Forschungsbereich tätig, in dem die Politik üblicherweise alles andere als flexibel agiert. Wenn es um die Eindämmung von Umweltgiften geht, findet Veränderung oft nur in kleinen Schritten statt. Meist gibt es ein langes Gezerre zwischen Umweltschützern und Industrie. Und am Ende stehen dann fast immer nur ungeliebte Kompromisse.

Diesmal ist das anders. Hutter und ein Team von der Medizinischen Universität Wien haben seit der HCB-Katastrophe im Kärntner Görtschitztal vor etwas mehr als zwei Jahren dort intensiv gearbeitet und aus ihren Erkenntnissen sehr strenge Vorsorgewerte für den Gehalt dieses Umweltgifts in Lebensmitteln abgeleitet. Wie der Grüne Kärntner Umweltlandesrat Rolf Holub und seine Parteifreundin im Europaparlament, Ulrike Lunacek, am Freitag bekannt gegeben haben, gelten diese Grenzwerte bald für alle Lebensmittel in der EU. Holub habe eine entsprechende Resolution verfasst und in den EU-Gesetzgebungsprozess eingebracht. In der mit 10. Mai 2017 in Kraft tretenden EU-Rückstandsverordnung würden die Grenzwerte nun entsprechend übernommen.

Hutter freut sich: Das könne europaweit eine deutliche Verbesserung des Gesundheitsschutzes auslösen.

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