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Streit um Kosten für freies Trinkwasser im EU-Parlament

Wirte können weiter Dienstkostenbeitrag für Leitungswasser verlangen

Die EU-Kommission will das Recht auf sauberes Trinkwasser für alle Menschen in der EU in einer Richtlinie festschreiben. Im EU-Parlament gibt es eine Auseinandersetzung darüber, wer die Kosten dafür zahlt. Gratis-Trinkwasser in Restaurants wird es automatisch nicht geben. Ein kleiner Dienstkostenbeitrag kann von der Gastronomie eingehoben werden.

Mehr als tausend Änderungsanträge zu dem Richtlinienentwurf der EU-Kommission habe es im Umweltausschuss gegeben, davon über hundert von ihm, sagte der ÖVP-Europaabgeordnete Lukas Mandl am Dienstag in Straßburg. Die Anzahl der von der EU-Kommission vorgesehenen Qualitätskontrollen hätten die Wasserpreise explodieren lassen, sagte Mandl. Dies sei nach der Abstimmung am Montag im Ausschuss nunmehr vom Tisch. Ein weiterer Kritikpunkt seien die strengen Grenzwerte der EU-Kommission, die nunmehr zu Richtwerten werden sollen.

An den Änderungen Mandels stößt sich der grüne Europaabgeordnete Michel Reimon. Er kritisierte, dass die Kosten für sauberes Trinkwasser nach einer Verschmutzung künftig nicht vom Verursacher, etwa einer Fabrik, sondern vom Wasserwerk zu zahlen wären. Dies sei "absolut inakzeptabel". Mandl wolle auch Kontrollen für Mikroplastik und andere Schadstoffe im Wasser streichen. Außerdem lege der ÖVP-Europaabgeordnete den Schwerpunkt auf die Inneninstallation, um die Hausbesitzer zur Kasse zu bitten. Das Europaparlament will im Oktober über die Richtlinie abstimmen.

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