Streit mit den Herren der UEFA: Tiroler
will den EM-Pokal beschlagnahmen lassen

Streitsumme mit Fußball-Verband ist 58.980 Euro Anwalt: "Wollen zur Sicherheit Pokal-Beschlagnahme"

Streit mit den Herren der UEFA: Tiroler
will den EM-Pokal beschlagnahmen lassen © Bild: Reuters

Die Initiative "Österreich zeigt Rückgrat" will den EURO-Pokal in Wien beschlagnahmen lassen. Organisator Michael Kriess ortet wirtschaftliche Nachteile, weil Verträge mit der UEFA einseitig gekündigt worden seien. Der Tiroler verlangt per Klage vor dem Handelsgericht Wien 59.980 Euro.

"Ich hatte Verträge als Stadionmoderator für Innsbruck und Klagenfurt mit der UEFA und der Schweizer-Produktionsfirma Faro-TV, die mit der UEFA zusammenarbeitet", erklärte Kriess, "zwei Tage vor Beginn der Euro wurden diese aber einseitig gekündigt. Die UEFA hat scheinbar Angst vor einem kritischen Menschen".

5.800 Honorar waren für die Auftritte ausgemacht. Die Klagsumme beläuft sich inzwischen auf insgesamt 58.980 Euro. "Ich hatte ja mit den Auftritten gerechnet, sagte im Rahmen der EURO viele andere Events ab", begründete Kriess die Höhe der Klage. "Beinhaltet sind dabei natürlich auch Ruf- und Kreditschädigung." Kriess versteht das sture Verhalten nicht: "Nach eigenen Aussagen macht die UEFA mit der EURO eine Milliarde Gewinn, da wären die 5.800 Euro doch Peanuts gewesen."

"Verlangen zur Sicherheit Beschlagnahme"
Deshalb brachte Kriess, dessen Vater Werner in den 1970er Jahren 15 Mal das österreichische Teamdress trug, vertreten durch den Innsbrucker Anwalt Thaddäus Schäfer vor dem Handelsgericht Wien Klage gegen die UEFA und FARO TV ein. "Da aber sowohl der europäische Fußballverband als auch Faro-TV Vermögen in Österreich besitzen, verlangen wir zur Sicherheit die Beschlagnahme des EURO-Pokals", begründete der Anwalt.

"Ich freue mich schon, wenn ich dann am Montag im Innsbrucker Rapoldi-Park der russischen Nationalmannschaft in einer feierlichen Zeremonie den Pokal überreichen kann", sagte Kriess mit einem Schmunzeln. Der EURO-Pokal, benannt nach dem ehemaligen UEFA-Generalsekretär Henri Delaunay, ist eine Neuauflage für die EURO 2008. Er ist 60 Zentimeter groß, wiegt acht Kilogramm und besteht aus Sterling Silber. Auf der Rückseite sind die Namen der bisherigen zwölf Europameister eingraviert. Der Materialwert beträgt 15.400 Euro - rund ein Viertel der Klagsumme.

Für Aufsehen sorgte Kriess im September des Vorjahres, als er nach dürftigen Leistungen der Hickersberger-Elf die Initiative "Österreich zeigt Rückgrat" startete. Kernpunkt: Österreich solle freiwillig auf die EM verzichten, da die Leistungen nicht entsprechend gewesen seien. "Volk begnadet für das Schöne, heißt es in unserer Hymne", sagte Kriess damals, "das sehe ich bei unserem Fußball nicht." Auf der Homepage war der österreichische Bundesadler zu sehen, von einem Ball getroffen. Deshalb wurde Kriess zu 1.500 Euro Strafe verurteilt. Am 4. Juni hätte die Berufungsverhandlung vor dem Unabhängigen Verwaltungssenat in Innsbruck stattfinden sollen, doch der Termin wurde wegen Erkrankung des Richters abgesagt.

(apa/Red)

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