Streit um Giftspritze in USA: Hinrichtung
in Kalifornien wurde erneut verschoben

Ärzte weigern sich aus ethischen Gründen

Die Hinrichtung eines verurteilten Mörders in Kalifornien ist am Dienstagabend kurz vor der geplanten Strafvollstreckung zum zweiten Mal verschoben worden. Bereits 20 Stunden zuvor war die Exekution des 46-jährigen Michael Morales vertagt worden, als sich zwei Ärzte aus ethischen Gründen weigerten, an der Verabreichung der Giftspritze im San-Quentin-Gefängnis bei San Francisco teilzunehmen.

Der Staat Kalifornien könne den neuen Anweisungen eines Richters zu einer veränderten Hinrichtungsmethode nicht Folge leisten, hieß es in der Begründung für den nun auf unbestimmte Zeit erfolgten Aufschub.

Nach Anordnung eines Bundesrichters sollte eine tödliche Dosis eines Beruhigungsmittels von einem Arzt intravenös verabreicht werden, um so eine schmerzfreie Tötung zu garantieren. Damit hätte das medizinische Personal direkten Kontakt zu dem Todeskandidaten in der Hinrichtungskammer.

Bisher war es üblich, dass ein Chemikalienmix über einen langen Schlauch und eine Kanüle verabreicht wurde. Bei diesem Vorgang durch Mitarbeiter außerhalb der Todeskammer wurde ein Körperkontakt beim Verabreichen der tödlichen Stoffe vermieden.

Der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger und der Oberste Gerichtshof der USA hatten Gnadengesuche des Todeskandidaten und die Bitte um einen Hinrichtungsaufschub abgelehnt. Morales war wegen Vergewaltigung und Ermordung einer 17-Jährigen vor 25 Jahren zum Tode verurteilt worden.

Die Hinrichtung von Morales wäre die 14. seit Wiedereinführung der Todesstrafe in Kalifornien im Jahr 1977 gewesen. Ein neuer Termin sei nun frühestens im Mai nach weiteren gerichtlichen Anhörungen möglich, berichtete der "San Francisco Chronicle".

(apa)