Streit über BayernLB-Vorstand geht weiter:
Klare Front zwischen Freistaat & Sparkassen

Hunderte Mitarbeiter demonstrierten für den Vorstand Vertreter des Freistaats mussten durch Spießrutenlauf

Streit über BayernLB-Vorstand geht weiter:
Klare Front zwischen Freistaat & Sparkassen © Bild: AP/Schrader

Im Streit über eine Ablösung des Vorstandes der angeschlagenen Bayerischen Landesbank, seit dem Vorjahr Mehrheitseigentümerin der Kärntner Hypo Group Alpe Adria Bank, gibt es zunächst keine Lösung. Die Beratungen wurden ohne Einigung auf heute vertagt. Verwaltungsrat Schaidinger sagte, es habe eine klare Front zwischen Sparkassen und Vertretern des Freistaates gegeben.

"Von mir aus kann alles so bleiben wie es ist", sagte Schaidinger. "Diejenigen, die was anderes wollten, konnten sich nicht durchsetzen." Die Landesregierung dringt nach dem Milliardendesaster bei der staatlichen Bank und dem Rücktritt von Finanzminister Huber auf den Rückzug von Vorstandschef Kemmer. Auch aus den Sparkassen geriet er unter Beschuss. Die BayernLB erwartet in diesem Jahr drei Milliarden Euro Verlust und braucht eine Kapitalspritze von 6,4 Milliarden Euro von Bund, Freistaat und Sparkassen.

Hunderte Mitarbeiter der Bayerischen Landesbank demonstrierten für den Verbleib ihres Vorstands. Vor dem Beginn der Verwaltungsratssitzung, in der über eine Ablösung der Manager beraten wurde, feierten sie die Vorstände im Innenhof der Bankzentrale mit Applaus und riefen zur Unterstützung des Vorstandschefs "Wir wollen Kemmer". Kemmer sagte vor den demonstrierenden Mitarbeitern: "Das ist ein unglaublicher Solidaritätsbeweis. Mit diesem Team wird die Bank es schaffen".

Für den amtierenden Finanzminister und Verwaltungsratschef Huber wurde der Gang zu der Sondersitzung zum Spießrutenlauf. Er wurde mit Buhrufen und gellenden Pfiffen empfangen. Auch der designierte Ministerpräsident Seehofer geriet in die Kritik: Die Demonstranten zeigten Schilder mit der Aufschrift "Kemmer saniert - Seehofer torpediert". Huber hatte am Mittwoch die politische Verantwortung für das Desaster übernommen und sein Amt zur Verfügung gestellt.
(apa/red)