Streik bei DB von Deutschen befürwortet: Breite Unterstützung trotz vieler Zugausfälle

Neue Streiks für kommende Tage angekündigt Angela Merkel soll jetzt klare Position beziehen

Eine Mehrheit der Deutschen befürwortet die Streiks der Lokführer für einen eigenen Tarifvertrag und mehr Lohn. 55 Prozent sagten in einer veröffentlichten Umfrage für die Zeitschrift "Stern", sie hielten die Streiks für richtig. 40 Prozent lehnen die Arbeitsniederlegungen demnach ab.

Vor allem Anhänger der Unionsparteien sowie der FDP sprachen sich demnach gegen die Streiks aus. Befragt wurden rund 1.000 Bundesbürger. Die Lokführergewerkschaft GDL hatte vor kurzem für drei Stunden im Nah- und Regionalverkehr gestreikt. Momentan kündigen die Lokführer ganztägige Streiks im Nah- und Regionalverkehr für die kommenden Tage an.

Angela Merkel soll sich positionieren
"So, wie die Bahn mit uns umgegangen ist, werden wir anderenfalls Streiks nur noch kurzfristig ankündigen", sagte GDL-Chef Manfred Schell gegenüber der "Passauer Neuen Presse". "Der Bahnvorstand hat die Lokführer ständig diskreditiert." Schell sprach sich in der Zeitung außerdem für ein "klärendes Gespräch" mit dem Bahnvorstand und der deutschen Regierung aus. "Als Eigentümer hat der Bund eine Verpflichtung. Die Bundesregierung kann sich dieses Spiel nicht länger ansehen. Die Aufrufe, man solle sich am Riemen reißen, verhandeln und Streiks vermeiden, helfen nicht mehr." Gefordert seien die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Dieser hatte eine Einmischung bereits abgelehnt.

Schell ist zufrieden
Schell betonte, er sei mit dem Verlauf des Streiks sehr zufrieden. "Die Bahn hat uns massiv unterstützt. Ohne Not hat sie von vier Uhr morgens an die Fahrpläne ausgedünnt, obwohl wir Streiks nur zwischen acht und elf Uhr angekündigt hatten." Im Hinblick auf die Klage der Deutschen Bahn gegen die Streiks kündigte Schell an, in Berufung gehen zu wollen. Es sei nicht einzusehen, weshalb der Arbeitskampf im Regionalverkehr erlaubt, im Fern- und Güterverkehr jedoch verboten sein solle.

Der Streik war die erste Arbeitskampfmaßnahme der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) seit zwei Monaten. Die GDL will einen eigenständigen Tarifvertrag und 31 Prozent mehr Geld für das Fahrpersonal durchsetzen. Die Deutsche Bahn lehnt einen separaten Vertrag ab und verweist auf ihr bereits vorgelegtes Angebot. Demnach soll die GDL den mit den anderen Gewerkschaften Transnet und GDBA erzielten Abschluss mit 4,5 Prozent Einkommensplus übernehmen. (apa/red)