Streik von

Alles steht still

Größter Streik in Tschechien seit Fall des Kommunismus trifft öffentliche Verkehrsmittel

Streik - Alles steht still © Bild: Reuters/Petr Josek

Seit Mitternacht fahren in ganz Tschechien keine Züge, die Bahnhöfe sind leer. Der Grund: Die Mitarbeiter des öffentlichen Verkehrs streiken für 24 Stunden. Auch der Nahverkehr in mehreren Städten ist mehr oder weniger betroffen. Und im Fernverkehr werden die Züge zwischen Österreich und Tschechien ausfallen, teilten die ÖBB mit.

Am schwersten ist die Situation in Prag, wo die U-Bahn zum ersten Mal in der Geschichte völlig ausfällt. Laut tschechischen Medien handelt es sich um den größten Streik in Tschechien seit dem Fall des Kommunismus 1989. Die Gewerkschaften protestieren gegen die Reformpläne der Regierung des konservativen Premiers Necas (ODS). Vor allem geht es um die Änderungen im Pensionssystem, wo ein Teil der Sozialversicherung in private Fonds ausgelagert und die Altersgrenze erhöht werden soll.

Proteste gegen Gesundheitsreform
Auch richten sich die Proteste gegen die Gesundheitsreform, bei der klar festgelegt werden soll, welchen Anteil die Krankenkassen und welchen der Patient selbst bezahlen soll. Die Regierung rechnet damit, dass der Selbstbehalt steigen wird. Auch die Steuerreform und die Beschränkung verschiedener Vergünstigungen für Angestellte sind für die Gewerkschaften nicht annehmbar. Mehrere der Reformgesetze werden zur Zeit im Abgeordnetenhaus debattiert.

Streik trifft Österreich
Die Gewerkschaften planen einen Marsch vom Prager Stadtzentrum auf die Prager Burg - zum Sitz des Staatspräsidenten Klaus. Da die Tschechischen Eisenbahnen keinen Schienenersatzverkehr anbieten, fallen laut ÖBB die Fernreisezüge auch im österreichischen Abschnitt zwischen Wien und Breclav aus, da für Passagiere am Grenzbahnhof keine Weiterreise möglich wäre. Es sind auch jene Verbindungen betroffen, die durch die Tschechische Republik geführt werden (Wien - Warschau, Wien - Hamburg). Regionalverbindungen werden bis zur letzten Haltestelle vor der tschechischen Grenze (Bernhardsthal) geführt.