Streben nach dem langen Atem: Österreich soll im Marathon eine Macht werden

Gezielte Maßnahmen im "ÖLV MarathonTeam" 11 Aktive - Team-Entsendung ab 2007 geplant

Die österreichische Marathon-Zukunft wird ab sofort auf eine gesunde Basis mit größeren Erfolgsaussichten als bisher gestellt. Vier Tage vor dem 23. Vienna City Marathon wurde am Donnerstag das neue "ÖLV MarathonTeam" präsentiert, aus dem mit finanzieller Unterstützung des Bundeskanzleramtes einige Spitzenläufer über die 42,195-km-Distanz hervorgehen sollen. Elf Athleten gehören derzeit dem erweiterten Kader dieses langfristigen Projekts an.

Bei den Damen sind dies Susanne Pumper, Eva Maria Gradwohl, Andrea Mayr und Nada Pauer, das Herren-Septett bilden Roman Weger, Günther Weidlinger, Martin Pröll, Markus Hohenwarter, Christian Pflügl, Florian Prüller und Martin Steinbauer. Leiter des ÖLV-MarathonTeams ist Hannes Langer, Marketing-Direktor des Österreichischen Verbandes (ÖLV) sowie bis ins Jahr 2001 zwölf Jahre lang VCM-Rennleiter.

"Wir haben eine langfristige Orientierung und denken in olympischen Zyklen", erklärte Langer zum Projekt. Die Spiele 2008 in Peking sind freilich nur für Pumper, Gradwohl und Weger ein Thema. Langer: "Das ist näher als man denkt. Olympia 2012 in London ist aber schon speziell für die Jüngeren zu beachten." Ziel soll einerseits die Entwicklung von Spitzenleistungen sein, zum anderen aber auch die Vorbildwirkung für die breite Öffentlichkeit.

Auf dem Weg zu diesen Vorhaben wird den Aktiven ein Netzwerk geboten, mit dessen Hilfe der Trainingsfortschritt beschleunigt werden soll. Drei Treffen gab es zwischen den Sportlern und Langer bereits, weitere werden in regelmäßigen Abständen folgen. Langer propagiert den Team-Gedanken: "Paul Tergat hat sich vor seinem Marathon-Weltrekord monatelang im Team vorbereitet. Im Team geht viel, was als Einzelsportler nicht geht."

Pumper stimmt dem zu: "Ich habe in der Vorbereitung auf den Wien-Marathon gesehen, wie wichtig es ist, gemeinsam zu trainieren - gerade beim Marathon. Da bekommt jeder wertvolle Hinweise, ist der Effekt größer." Auch Weger hofft, nun neue Reserven hervorrufen zu können: "Ich hoffe, dass ich dadurch neue Impulse bekomme." Der Kärntner geht ja am Sonntag im Vienna City Marathon auf das EM-Limit von 2:15 Stunden los.

Während auch Gradwohl schon längst auf der Marathon-Schiene unterwegs ist, haben sich die restlichen Mitglieder des Teams den Marathon eher mittelfristig oder langfristig zum Ziel gesetzt. Hohenwarter will aber noch heuer im Herbst sein Debüt feiern, Pröll-Trainingskollege Pflügl hat heuer im Rahmen eines Zypern-Camps seinen ersten Versuch als Trainingslauf angesetzt und nach 2:47 Stunden gemeinsam mit Pröll erfolgreich beendet.

Für Pröll und Weidlinger steht vorerst die Olympia-Qualifikation 2008 auf der Mittelstrecke im Vordergrund, speziell Weidlinger hat aber ein sehr gutes Marathon-Potenzial. Die vielseitige Mayr ist über den Zeitpunkt eines Marathon-Einstiegs unschlüssig: "Ich entscheide das meistens recht kurzfristig." Für die Berglauf-Europameisterin hat nach dem VCM-Halbmarathon am Sonntag die EM-Quali über 3.000 m Hindernis Priorität, so wie bei Pflügl über 5.000 m.

Sie alle erhalten im "ÖLV MarathonTeam" auch für die derzeit noch verstärkt vorhandenen eigenen Ziele wissenschaftliche und trainingspraktische Unterstützung. 2007 in Wien und ab 2008 auch international sollen bei Marathons einige Leute aus dem "ÖLV MarathonTeam" gezielt gemeinsam starten. Wichtiger Impuls dafür wäre der Zuschlag für die Halbmarathon-WM 2009, im Herbst wird vom ÖLV Klagenfurt oder Krems als Bewerber ausgewählt. Die Vergabe durch den Internationalen Verband (IAAF) findet im August 2007 statt.

(apa)