Strauss-Kahn von

Abkommen mit Opfer?

Sex-Banker wird "wahrscheinlich" außergerichtliche Einigung erzielen

Strauss-Kahn - Abkommen mit Opfer? © Bild: Reuters

Eine außergerichtliche Einigung Vergewaltigungsverfahren gegen den Ex-IWF-Chef Strauss-Kahn scheint "wahrscheinlich". Das gab der bekannte US-amerikanische Strafanwalt Alan Dershowitz gegenüber der Pariser Tageszeitung "Le Figaro" an. "Das ist im Interesse beider Parteien", betonte Dershowitz, der bereits die Sport-Stars Mike Tyson und O.J. Simpson in ähnlichen Prozessen verteidigt hatte.

"Wenn sie ein Abkommen schließen, wird die Klägerin unmittelbar zwei oder drei Millionen Dollar erhalten", betonte Dershowitz und erinnerte daran, dass sich Strauss-Kahn andernfalls insolvent erklären könnte, zumal nicht er, sondern seine Ehefrau Anne Sinclair vermögend ist. Im Falle eines Zivilprozesses sei es daher vermutlich, dass das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer noch "in einigen Jahren" auf ihr Geld warte. Auch ihr Verteidiger Kenneth Thompson hatte erklärt, eine Verhandlung parallel zum Zivilverfahren ins Auge zu fassen.

Zahlungsunfähig bei Scheidung
Thompson wies insbesondere auf die Gefahr hin, dass Strauss-Kahn und Sinclair sich scheiden lassen und der Ex-IWF-Chef daher den Schadenersatz nicht zahlen könne. Er betonte weiter, dass auch der Angeklagte Interesse daran habe, dass das mutmaßliche Opfer auf ihre Aussage vor Gericht verzichte.

Prozess-Begin wäre 18. Juni
Strauss-Kahn hatte sich in der ersten Verhandlung des Prozesses als nicht schuldig erklärt. Falls der Prozess stattfindet, wird er am 18. Juni beginnen. Strauss-Kahn wird von einer 32-jährigen Hotelbediensteten beschuldigt, einen Vergewaltigungsversuch begangen zu haben, als sie sein Zimmer aufräumte. Infolge der Anzeige wurde Strauss-Kahn am 14. Mai verhaftet, als er bereits in einem Flugzeug saß, das ihn nach Paris bringen sollte.