Felix' High-Tech-Ballon

Alles steht und fällt mit dem letzten Helium-Riesen im Wert von 540.000 Euro

Der Countdown für den nächsten Versuch des Stratosphären-Sprungs des Salzburgers Felix Baumgartner läuft. Er soll voraussichtlich am Sonntag oder Montag stattfinden. Für den Rekordversuch steht dem "Red Bull Stratos"-Team lediglich noch ein Ballon, der rund 540.000 Euro kostet, zur Verfügung. Sollte dieser kaputt gehen, würde die Herstellung eines neuen rund vier bis fünf Wochen dauern. Alles steht und fällt also mit dem High-Tech-Ballon.

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Der am Dienstag verwendete Ballon kann für das gefährliche Vorhaben definitiv nicht mehr verwendet werden. Das war möglicherweise ein weiterer Grund, den Sprung am Donnerstag nicht zu riskieren - nur noch ein Ersatzballon ist vor Ort. Außerdem hat das Team rund um Felix Baumgartner Helium für zwei Ballonfüllungen - im Wert von je 60.000 Euro - in Roswell gelagert. "Wir haben für alles Ersatz", so der technische Leiter Art Thompson.

Der laut den Angaben bisher größte je eingesetzte bemannte Ballon, der die 1.360 Kilogramm schwere Kapsel mit Baumgartner in die Stratosphäre heben soll, besteht aus extrem dünnem Polyäthylen. Mit einer Stärke von 0,02 Millimeter ist das Material zehnmal dünner als das eines gewöhnlichen Plastiksackerls. Trotz einer Gesamtoberfläche von knapp 162.000 Quadratmetern hat der Ballon ungefüllt "nur" ein Gewicht von 1.682 Kilogramm bei einer Länge von mehr als 180 Metern.

Vor dem Start werden von der ATA Aerospace-Crew dann rund 5.000 Kubikmeter Helium in die Hülle gefüllt. Der Ballon soll sich dann während seines Aufstiegs aufgrund des dabei sinkenden Luftdrucks bis auf fast 850.000 Kubikmeter aufblähen, so die Angaben von Red Bull. Somit soll der Ballon dann dreimal so groß sein wie der im Jahr 1961 beim Projekt "Strato-Lab" bisher größte je mit einem Menschen gestartete Ballon. Auf der anvisierten Höhe von 36,6 Kilometern werden die Ausmaße dann eine Höhe von 102 Metern bei einem Durchmesser von 129 Metern ausmachen.

Wind als Knackpunkt
Damit der nächste Startversuch erfolgreich über die Bühne gehen kann, muss vor allem die Windgeschwindigkeit mitspielen, die zu diesem Zeitpunkt am Boden nicht mehr als fünf km/h betragen darf. Eben der Wind war der Grund, dass der für vergangenen Dienstag geplante Stratosphären-Sprung abgesagt wurde. Nun ist nur noch ein Helliumballon übrig. Sollte die teure Spezialanfertigung kaputt gehen, würde die Herstellung eines neuen rund vier bis fünf Wochen dauern, hieß am vergangenen Mittwoch aus Roswell.

Falls der Anzug kaputt geht, gibt es übrigens ebenfalls Ersatz. "Wir haben drei Raumanzüge, einen für Tests und zwei für die Sprünge. Wir haben auch zwei Kapseln, sollte etwas passieren", beruhigt Thompson. Bleibt zu hoffen, dass dieses Mal der "Staubteufel" den Ballon nicht vom Himmel fegt, wie es Baumgartner so schön ausgedrückt hat.

Jahrelange Planung für Stratos
Baumgartner plant seit Jahren seinen Sprung aus 36 Kilometer Höhe. Ein zentrales Ziel der Mission ist es, wichtige Daten für die Wissenschaft zu sammeln. Sie sollen in Zukunft die Sicherheit in der Raumfahrt erhöhen. Mit dem Sprung sollen außerdem vier Rekorde gebrochen werden: der höchste bemannte Ballonflug, der höchste Fallschirmsprung, das erstmalige Durchbrechen der Schallmauer durch einen Menschen und der längste freie Fall.

Das Wetter für den Rekordsprung

Kommentare

wer verzapft immer diesen Blödsinn:
Stärke von 0,02 Millimeter ist das Material zehnmal dünner als das eines gewöhnlichen Plastiksackerls.
ein dünnes Plastiksackerl hat 25 um = 0,025 mm,
ein Plstiksackerl mi 0,2mm kann man für 50 kg zement verwenden,
50 Liter Blumenerde ist in Säcken mit ca. 100 um (0,1 mm)
ausserdem die Wortwahl 10 mal dünner ist schon sehr grenzwertig

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