Strasshof befindet sich im Schockzustand: Anrainer fassungslos über Familiendrama

Ortschaft nach Fall Kampusch wieder in der Presse Tatort bot den Bewohnern ein Bild des Schreckens

Ein gelbes, idyllisches Einfamilienhaus samt Holzzaun und gepflegtem Garten in einer ruhigen Seitengasse in Strasshof: Hier wurde vermutlich bereits gestern ein Ehepaar erschossen. Tatverdächtig ist ein 66-Jähriger, ein Verwandter des Ehepaares, der auch zwei weitere Personen in der Gemeinde tötete. Am Tatort in der Kleistgasse 7 herrscht Fassungslosigkeit.

"Das waren ganz liebe Leute, haben immer nett gegrüßt", meinte ein Nachbar über das ältere Ehepaar. Erst gestern habe er die beiden noch gesehen, als sie mit dem Auto an ihm vorbeigefahren seien. "Ich kann das nicht glauben, es ist furchtbar", so der Mann. "In der Gegend hier ist es sehr friedlich. Warum das passiert ist, ich kann es mir einfach nicht erklären", rang der Anrainer mit der Fassung.

Wieder in den Schlagzeilen
An einer Tankstelle, an der Hauptstraße in Strasshof gelegen, war der Vierfachmord ebenfalls allgegenwärtig. "Jetzt sind wir wieder in den Schlagzeilen, zwei Jahre nach Kampusch wieder so ein Verbrechen bei uns", meinte ein Strasshofer, der vor der Arbeit Sprit in sein Auto füllte. "Einfach schlimm, ein Wahnsinn", meinte die Tankstellenangestellte mit leiser Stimme. Wütend und aufgebracht gab ein weiterer Mann: "Hoffentlich finden sie den Täter".

Im Haus in der Kleistgasse waren Mitglieder der Tatortgruppe des Landeskriminalamtes Niederösterreich mit Erhebungen beschäftigt. Davor waren vier Polizisten postiert. Für anwesende Nachbarn und Medienvertreter bot sich am Ort des Verbrechens ein schreckliches Bild: Hinter einer eingeschlagenen Scheibe war heute früh noch eine erschossene Frau zu sehen. Sie lag tot im Eingangsbereich des Hauses.
(apa/red)