Straka nicht mehr Wacker-Tirol-Trainer:
Co-Trainer Klaus Vogler als Interims-Lösung

Peischl, Linzmaier und Streiter sind im Gespräch Wacker unter Strakas Führung seit 12 Partien sieglos<br>PLUS UMFRAGE: Welcher Coach fliegt als nächster?

Straka nicht mehr Wacker-Tirol-Trainer:
Co-Trainer Klaus Vogler als Interims-Lösung

Die Ära von Frantisek Straka (48) beim T-Mobile-Bundesligisten Wacker Tirol hat nicht einmal ein Jahr gedauert. Nach zwölf Spielen ohne Sieg und dem kolportierten Aufreißen eines tiefen Grabens zwischen Mannschaft und Straka kam es zur offiziell "einvernehmlichen Trennung". "Ich habe mein Bestes gegeben", lautete der knappe erste Kommentar des schwer enttäuscht wirkenden Straka, der nun einmal Zeit haben will, um sich wieder zu sammeln.

Als Interimslösung wird ab sofort der bisherige Co-Trainer Klaus Vogler (38) fungieren. Obmann Gerhard Stocker kündigte eine ruhige und sachliche Trainersuche an: "Es geht ganz normal weiter. Wir werden in Ruhe einen neuen Trainer suchen und lassen uns dabei von niemandem in eine Zeitschiene drängen. Trainerspekulationen können andere machen, ich sicher nicht."

Streben Tiroler Lösung an
Vorstandsmitglied Andreas Perger nannte hingegen bereits Namen: "Wir streben eine Tiroler Lösung an. Heinz Peischl, Manfred Linzmaier und Michael Streiter sind ein Thema. Wir wollen eine baldige Lösung, damit der Trainer in die Spielerplanung für die kommende Saison eingreifen kann."

Das 0:2 daheim gegen Sturm Graz war das zwölfte sieglose Wacker-Match sowie die fünfte Pleite in Folge gewesen. Danach war es zu einer langen klubinternen Sitzung gekommen, die Donnerstagfrüh fortgesetzt wurde und schließlich mit der Trennung endete. Strakas Frontalattacke gegen seine eigene Mannschaft in einem Interview mit sport1.at war für die Gesamtsituation natürlich ebenfalls wenig förderlich.

Zuletzt war Straka, 35facher tschechoslowakischer Teamspieler mit deutschem Pass, als tschechischer Teamchef bzw. Assistent von Karel Brückner im Gespräch gewesen.

Auch positive Nachrichten
Es gab aber auch positive Nachrichten aus Innsbruck, nämlich bezüglich Lizenzierung. Obmann Stocker zeigte sich optimistisch, die Lizenz in erster Instanz zu erlangen. Ein Finanzloch von 500.000 Euro konnte laut Stocker durch "vorgezogenes Sponsorenkapital" gestopft werden. Die diesbezüglichen Unterlagen sollen am Freitag Richtung Bundesliga abgegeben werden.

Die Trennung zwischen Wacker und Straka war (erst) der vierte Trainerwechsel der laufenden T-Mobile-Bundesliga-Saison. Zuvor war es bei Rapid (Peter Pacult folgte Georg Zellhofer), der Austria (Zellhofer folgte Frenkie Schinkels) sowie Pasching (Didi Constantini folgte Milan Djuricic) zu Rochaden gekommen. In Salzburg (Giovanni Trapattoni/Lothar Matthäus), Ried (Helmut Kraft), Altach (Michael Streiter), Mattersburg (Franz Lederer) sowie in Graz bei GAK (Lars Söndergaard) und Sturm (Franco Foda) sind hingegen nach wie vor die gleichen Feldherren wie zu Saisonbeginn am Steuer.

Nach dem Konkurs des FC Tirol hatte der Nachfolgeklub in der Saison 2002/03 unter Streiter den Meistertitel in der Regionalliga-West geschafft, der Durchmarsch ging 2003/04 unter Helmut Kraft mit dem Titel in der Red Zac Erste Liga weiter. Im November 2004 wurde Kraft durch Stanislaw Tschertschessow abgelöst, der Russe wanderte dann im Mai 2006 Richtung Spartak Moskau ab. Seitdem war Straka Chefcoach gewesen.

Constantini kommt nicht in Frage
Constantini kommt nicht als Nachfolger von Straka in Frage. Der aktuelle Pasching-Coach gab als Grund für seine Absage sein bekanntes Engagement bei den sommerlichen Kinder-Camps an.

"Die Tiroler haben mich schon im Vorjahr gefragt und ich musste ablehnen. Ich steh' zu meinen Kinder-Camps, bei denen ich nicht nur meinen Namen hergebe, sondern auch garantiere, dass ich auf dem Platz stehe und mit den Kindern arbeite", betonte Constantini. "Ich werde meine Aufgabe bei Pasching fertig machen und mich dann um die Camps kümmern."

(apa/red)