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Strafen in Schulen: FPÖ
für "mehr Lehrerrechte"

SPÖ spricht sich gegen "Aufrüstung" aus. Schüler betreuen statt bestrafen.

Symbolbild: Strafe in Schule © Bild: Thinkstock

Der Vorstoß des oö. CLV-Vorsitzenden und Landesschulratspräsidenten Fritz Enzenhofer, mehr "Interventionsmöglichkeiten" in Schulen zu schaffen, sorgt für Kritik der SPÖ: Man brauche keine "Aufrüstung" durch neue Strafen, betonte Bildungssprecherin Sabine Promberger am Mittwoch in einer Presseaussendung. FPÖ-Bildungssprecherin Silke Lackner pocht hingegen auf "mehr Lehrerrechte".

"Für mich ist die Schule eine Bildungsinstitution, keine Erziehungsanstalt", betonte SPÖ-Landesparteivorsitzender LH-Stv. Reinhold Entholzer. Enzenhofer wolle sich offenbar profilieren, weil er Ende November Personalvertretungswahlen zu schlagen hat. Sozialdienste und Strafaufgaben seien für den CLV-Chef offenbar in Ordnung, von der verschränkten Ganztagsschule halte er dagegen nicht viel. Mit Strafen würde nichts gelöst, sondern bestenfalls verdrängt, erklärte Promberger, die sich für "eine Kultur des Miteinanders durch innovative Bildungsreformen" ausspricht.

FPÖ für "Stärkung der Lehrerrechte"

"Es ist dringend an der Zeit, die Lehrerrechte zu stärken", betonte Lackner für die FPÖ in einer Presseaussendung. Was in der Vergangenheit von den ÖVP-Abgeordneten immer abgelehnt worden sei, habe nun beim Landesschulratspräsidenten hohe Priorität bekommen. Von den Freiheitlichen seit langem geforderte Interventionsmaßnahmen wie "Time-out-Klassen" oder Sozialdienste bei ungebührlichem Verhalten müssten endlich umgesetzt werden, verlangt Lackner. Es bedarf einer Änderung des Schulunterrichtsgesetzes, um Lehrern in ihrer Unterrichts- und Erziehungsarbeit zusätzliche, angemessene pädagogische Interventionsmaßnahmen einzuräumen.

Schüler betreuen statt abschieben

Die SPÖ-nahe Aktion Kritischer Schüler_innen (AKS) OÖ attestiert Enzenhofer "ein Pädagogikverständnis aus dem letzten Jahrhundert". "Strafen sind alles andere als geeignete Erziehungsmaßnahmen für Jugendliche", kritisierte Vorsitzender Marco Pühringer in einer Presseaussendung. Schüler mit Problemen sollten besser integriert und nicht in Nebenzimmer abgeschoben werden. Pühringer fordert Bildungslandesrätin Doris Hummer auf, sich klar von den Äußerungen ihres Parteikollegen Enzenhofer zu distanzieren.

NEOS: "Dunkelstes Mittelalter"

Der Vorstoß des oö. CLV-Vorsitzenden und Landesschulratspräsidenten Fritz Enzenhofer, mehr "Interventionsmöglichkeiten" in Schulen zu schaffen, erntete auch bei den NEOS heftige Kritik: "Solche Ansichten sind dunkelstes Mittelalter. Strafen an Schulen - egal welcher Art - sind Ausdruck von Ideen- und Hilflosigkeit", findet Landessprecherin Judith Raab.

Pädagogik und Schule müssten positive Assoziationen auslösen und nicht "unter dem Damoklesschwert von Bestrafungsaktionen" stehen, so Raab in einer Aussendung. "Die hervorragenden Pädagogen unseres Landes brauchen keine Strafen, sie können auch anders klare Grenzen setzen", ist sie überzeugt.

Kommentare

In den meisten Fällen benehmen sich Schüler/innen ganz einfach aus dem gleichen Grund „daneben“, aus dem sich auch Erwachsene öfter „daneben“ benehmen würden, indem sie z.B. gern einmal auf einen Kurzparkschein oder auf einen Fahrschein „vergessen“ würden, wenn sie nicht mit Sanktionen zu rechnen hätten! Was ist daran so schwer zu verstehen???

Als ich Schüler war, gab es „Strafe schreiben“ und/oder „Nachsitzen“ als klare und einfache Konsequenzen, wenn gewisse Grenzen überschritten wurden. Diese oder ähnliche Konsequenzen abzuschaffen und den Lehrern letztlich als einzige Maßnahme „Appelle an die Vernunft“ (von zumeist Unvernünftigen bzw. Vernunft-Unwilligen) zur Verfügung zu stellen, war keine gute Idee! In den meisten Fällen benehmen

Vensi28

Ich glaube es gibt genug disziplinäre Maßnahmen die es den Lehrern erlaubt zu handeln. Es sollte jedoch wieder effizienter und gekonnter eingesetzt werden. Es ist leider so das es keinen Schüler juckt wenn er einen Klassenbucheintrag bekommt. Das sollte jedoch geändert werden. Schüler sollten wieder den nötigen Respekt gegenüber Lehrern aufbringen. Jedoch nicht mit Hilfe von Solzialdiensten.

ProAustria2014 melden

Es gab auch eine Zeit wo Nachsitzen oder ähnliches nicht gleich als Folter angesehen wurden,und in dieser Zeit standen auch keine NEOS mit dem LEGALEN Gratis-Joints im Schulhof für die Wähler von Morgen.....

wintersun melden

Wann bitteschön sind die NEOS jemals mit "Gratis-Joints" in irgend einem Schulhof gestanden?

strizzi1949
strizzi1949 melden

Es gab eine Zeit, da waren Lehrer Respektspersonen! Da war unser Schulwesen 1a! Und - da waren Strafen in der Schule NORMAL! Unsere Schulen gehörten zu den Besten in Europa!
Und was haben wir jetzt? Die Lehrer dürfen einen Schüler nicht einmal schief ansehen, unser Schulwesen ist am Sand (siehe PISA) und die Unis sind im Ranking irgendwo!
Nur weiter so!

Vensi28
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Ich glaube aber nicht, dass unsere Testergebnisse besser werden wenn die Schüler Sozialdienste für ungebührliches Verhalten ableisten müssen.

Warum gibt es dann überhaupt Gefägnisse? Da müßte es doch möglich sein jeden Kriminellen nur durch gutes Zureden zu bessern.

Die Kinder die in der Schule ständig stören und nicht diszipliniert werden können, sind die Arbeitslosen von morgen.

Da steht der Lehrling auf einmal keinen hilflosen Lehrer, sondern einen Chef gegenüber der eine fristlose Entlassung ausspricht.

Überall, wo mehrere Menschen zusammenkommen, braucht es ein Mindestmaß an Disziplin. Streicheln und Loben wirkt eben nicht immer. Es ist ein Schaden für die anderen Schüler, wenn einzelne Störenfriede nicht diszipliniert werden können/dürfen. Strafen nicht zu erlauben ist also eigentlich eine Strafe für die "Braven".

Ich bin der Meinung, daß Strafen in vernünftigem Ausmaß (natürlich keine Prügelstrafe etc.) zulässig und manchmal notwendig sind. Leider haben manche Eltern die Zusammenarbeit mit den Lehrer aufgegeben und unterstützen eher ihre Kinder gegen die Lehrer - oder mischen sich nicht ein. Irgendwo muß doch wohl Erziehung stattfinden.

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