Strache darf sich doch im ORF duellieren: FPÖ nachträglich zu Wahl-Diskussionen geladen

ORF: 'Um jeden Zweifel an Objektivität auszuräumen' Ursprünglich mangels Klubstatus nicht berücksichtigt

Die FPÖ darf nun doch an den TV-Konfrontationen im ORF teilnehmen. "Um jeden Zweifel an Objektivität und Ausgewogenheit auszuräumen" werde er von der "seit Jahrzehnten geübten Praxis ausnahmsweise" abweichen und auch die FPÖ, die keinen Klubstatus hat, zu den TV-Konfrontationen einladen, teilte Informationsdirektor Gerhard Draxler per Aussendung mit. Insgesamt wird es damit im September zehn - nicht sechs - Zweierkonfrontationen der Spitzenkandidaten geben.

Anlass für den Rückzieher des ORF, der die Blauen ursprünglich weder zu den Duellen der Spitzenkandidaten noch zur großen Elefantenrunde eingeladen hatte, gab offenbar ein Bescheid des Bundeskommunikationssenats. Der hatte zwar eine Beschwerde der FPÖ gegen die Teilnehmerbesetzung einer Diskussionsrunde im April diesen Jahres zum Thema "Krise im ÖGB" zurückgewiesen, allerdings auch darauf hingewiesen, dass die FPÖ/BZÖ-Spaltung bei Wahldiskussionen einer "angemessenen eigenständigen Berücksichtigung beider Gruppierungen" bedürfe, hieß es in der Aussendung.

Kritiker warfen ORF mangelnden Demokratieverständnis vor
Ursprünglich hatte der ORF seine Entscheidung, FPÖ-Spitzenkandidaten Heinz-Christian Strache bei den entscheidenden Runden nicht zuzulassen, damit argumentiert, dass die FPÖ nicht mit Klubstärke im Nationalrat vertreten ist. Hintergrund: Der Freiheitliche Parlamentsklub wird vom BZÖ dominiert, nur zwei Abgeordnete bekennen sich weiterhin zur FPÖ. Es folgten tagelange Proteste der Blauen, die einen "Demokratie- und Medienskandal der Sonderklasse" witterten. Etliche Zeitungskommentatoren warfen dem ORF darüber hinaus mangelndes Demokratieverständnis vor.

(apa/red)