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Stoltenberg neuer
NATO-Generalsekretär

55-jähriger Norweger tritt am 1. Oktober in Rasmussens Fußstapfen

Soltenberg © Bild: APA/EPA/Odd Andersen

Der frühere norwegische Regierungschef Jens Stoltenberg wird neuer NATO-Generalsekretär. Der 55-jährige Sozialdemokrat übernimmt den Posten am 1. Oktober von dem Dänen Anders Fogh Rasmussen, wie der NATO-Rat der 28 Mitgliedstaaten am Freitag in Brüssel entschied.

Stoltenberg gelangt in Zeiten großer Herausforderungen an die Spitze der Militärallianz, die in der kommenden Woche auf ihren 65. Gründungstag zurückblickt. Die NATO beobachtet derzeit mit großer Sorge die Rolle Russlands im Konflikt um die Ukraine. Die Folgen der Spannungen beschäftigen die Außenminister der Mitgliedstaaten bei einem Treffen in Brüssel in der kommenden Woche Die Allianz bereitet zudem den Abzug aller ausländischen Kampftruppen aus Afghanistan zum Jahresende vor.

Stoltenberg übernimmt den Posten am 1. Oktober. Der Sozialdemokrat war im vergangenen Herbst nach einer Wahlniederlage als norwegischer Regierungschef zurückgetreten. Seine Amtszeit wurde überschattet von der Bluttat des norwegischen Attentäters Anders Behring Breivik, der im Juli 2011 im Regierungsviertel in Oslo mit einer Autobombe acht Menschen getötet und anschließend in einem Jugendlager der norwegischen Arbeiterpartei auf der Insel Utöya 69 Menschen erschossen hatte.

Erneut Skandinavier NATO-Chef

Mit Stoltenberg übernimmt nun nach Rasmussen erneut ein Skandinavier die Führung der Militärallianz. Rasmussen hatte den Posten seit August 2009 inne. In seine Amtszeit fiel unter anderem der von der NATO unterstützte internationale Militäreinsatz in Libyen im Jahr 2011. Das letzte wichtige Ereignis in Rasmussens Amtszeit wird der NATO-Gipfel Anfang September in Großbritannien sein.

"Ich kenne Jens Stoltenberg seit vielen Jahren und weiß, dass er der richtige Mann ist, um auf der Stärke und dem Erfolg der NATO nach dem Gipfel in Großbritannien aufzubauen", erklärte Rasmussen über den Internet-Kurznachrichtendienst Twitter. Die Krise um Russland und die Ukraine zeige "die Notwendigkeit für eine weiterhin starke und bestimmte Führung" der Allianz.

Für die Nachfolge Rasmussens kursierten viele Namen, darunter zwischenzeitlich auch der des früheren deutschen Verteidigungsministers und jetzigen Innenministers Thomas de Maiziere (CDU). NATO-Diplomaten zufolge war Stoltenberg nun vor der Entscheidung des NATO-Rats der einzige Kandidat.

"Bei seiner Ernennung gab es keine Schwierigkeiten", sagte ein Diplomat. "Er wurde von den größten Ländern unterstützt." Im NATO-Rat, in dem die Botschafter der Mitgliedstaaten sitzen, fiel die Entscheidung demnach einstimmig.

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