Stinkender Ölteppich: Nach Kollision zweier Schiffe treiben 100.000 l Diesel auf der Elbe

Vielleicht das schlimmstes Umweltproblem seit Jahren Für Menschen besteht keine unmittelbare Gefahr

Stinkender Ölteppich: Nach Kollision zweier Schiffe treiben 100.000 l Diesel auf der Elbe © Bild: dpa/Marks

Nach der Kollision zweier Schiffe auf der Elbe oberhalb Hamburgs und dem Auslaufen von etwa 120 Tonnen Dieselöl sind nach Aussage von deutschen Naturschützern erste verölte Wasservögel gesichtet worden. Unterdessen ging der Kampf gegen den Ölfilm auf dem Fluss weiter, der sich trotz mehrerer Versuche des Abschöpfens nach Behördenangaben bis zum Rand des Hamburger Hafens vorschob.

Ein Teil des Diesels habe sich am Flussufer abgelagert, besonders verschmutzt sei das am Nordufer gelegene Naturschutzgebiet Zollenspieker, sagte ein Sprecher der Umweltbehörde. Er sprach von einem "herben Unfall", allerdings mit "weniger dramatischen" Umweltschäden als zunächst befürchtet.

900 t Gasöl ausgelaufen
Am 17. Juli war im Südosten von Hamburg das Tankschiff "Undine" mit einem Schüttgutfrachter kollidiert. Dessen Anker hatte im Vorbeifahren die Seitenwand des 82 Meter langen Binnentankers aufgeschlitzt und vier der acht Tanks beschädigt. Ein Teil der insgesamt gut 900 geladenen Tonnen Gasöl lief aus und bildete nach Feuerwehrangaben einen zeitweise bis zu zehn Kilometer langen Ölteppich. Die Ursache der Havarie war auch am Donnerstag noch unklar.

Laut der zuständigen Umweltbehörde versuchte das Technische Hilfswerk (THW) weiter, Dieselöl von der Wasseroberfläche abzuschöpfen, was allerdings aufgrund des Wechsels von Ebbe und Flut und der zunehmenden Verdünnung des Ölfilms schwierig sei. Immerhin habe sich die Befürchtung schlimmerer Schäden nicht bestätigt. So hätten Wasserproben des Hamburger Instituts für Umwelt und Hygiene bisher keine Befunde ergeben, sagte der Sprecher der Umweltbehörde. Ein Teil des Diesels sei auch verdunstet. Dennoch sei "jede Tonne, die ausgetreten ist, eine zu viel".

Verölte Vögeln
So berichtete der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) von ersten verölten Vögeln. Anrainer hätten diese gesichtet, sagte Landesgeschäftsführer Manfred Braasch. Auf niedersächsischer Seite - am südlichen Elbufer - sei inzwischen nach seiner Kenntnis auch ein Tier verendet. Werde das Gefieder von Wasservögeln mit Dieseln benetzt, blieben diese anders als bei Schweröl zwar flugtauglich, aber beim Putzen des Gefieders nähmen die Tiere den Giftstoff auf, der je nach Dosis zum Tod führen könne. (apa/red)