Stimmenauszählung nach Wahlen im
Kongo: Kandidaten mahnen zur Ruhe

Ergabnis in den nächsten Tagen zu erwarten NACHLESEN: Die beiden Kandidaten im Porträt!

Stimmenauszählung nach Wahlen im
Kongo: Kandidaten mahnen zur Ruhe

Nach der Präsidentenstichwahl im Kongo ist bereits ein Teil der Stimmen ausgezählt worden. Vor den Wahlbüros in Kinshasa drängten sich am Morgen Menschen, um die Teilergebnisse zu notieren. Landesweit gibt es etwa 50.000 Wahlbüros, deren Ergebnisse in den nächsten Tagen zusammengezählt werden.

Präsident Joseph Kabila und sein Herausforderer Jean-Pierre Bemba riefen in einer gemeinsamen Erklärung zur Ruhe auf und bekräftigten, dass sie das Wahlergebnis im Fall einer Niederlage nicht mit Gewalt anfechten würden. "Der Gewinner verpflichtet sich, dem Verlierer keinen physischen oder finanziellen Schaden zuzufügen", heißt es in der Erklärung, die auf Betreiben der UN-Mission im Kongo zu Stande gekommen war.

Die deutsche Bundeswehr, die im Rahmen der EU-Mission in Kinshasa im Einsatz ist, hat ihre Patrouillen wieder aufgenommen. "Wir haben uns am Wahltag bewusst zurückgehalten, aber jetzt zeigen wir uns wieder auf den Straßen", sagte EUFOR-Sprecher Peter Fuss. Bis Mitte der Woche soll die Verlegung von etwa 220 zusätzlichen deutschen und holländischen Soldaten aus Gabun abgeschlossen sein. "Wir verfolgen die Situation sehr genau und hoffen, dass es weiterhin ruhig bleibt", sagte Fuss. Österreich ist an der Mission mit drei Mann beteiligt. Insgesamt sind 19.000 ausländische Soldaten und 80.000 kongolesische Polizisten im Einsatz.

Am Sonntag waren 25 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, sich für einen der beiden Kandidaten zu entscheiden. Kabila gilt als Favorit, da er in der ersten Runde die absolute Mehrheit nur knapp verfehlt hatte. Das offizielle Ergebnis soll spätestens am 19. November verkündet werden. Es wurden insgesamt weniger Unregelmäßigkeiten bekannt, als in der ersten Wahlrunde. Im Norden des Landes war ein Mensch ums Leben gekommen, als es wegen Wahlfälschungsvorwürfen zu Ausschreitungen kam. Die Wahlbeteiligung war nach ersten Angaben etwas niedriger als bei der ersten Runde.

(apa)