Stilfragen von

Mein Gott, Volker!

Sympathieträger mit Anziehproblem: Volker Piesczek und das Hemd

Ela Angerer © Bild: News/Ian Ehm

Hier sehen wir einen Mann, dem es an nichts fehlt: Mega-Body, ebenmäßige Gesichtszüge, ausreichend Haare am Kopf. Das ist weit mehr, als die meisten Menschen verlangen können. Und damit beginnt das Problem: Volker Piesczek, TV-Promi und Ehemann von Grünen-Chefin Eva Glawischnig, wehrt sich mit aller Kraft dagegen. Wie ein US-Senator, der offiziell den Präsidentschaftskandidaten seiner Partei unterstützt, hinter den Kulissen aber zugunsten der Gegenseite Intrigen spinnt.

Der beliebte Moderator trägt ein Hemd, das dringend per Volksentscheid abgewählt werden müsste: eine sportliche "Button down“-Variante, die George Clooney maximal auf einer Ranch tragen würde, kombiniert mit Pulli und Jeans - wäre da nicht der kinnhohe Kragen, der an Colin Firth in der Verfilmung von Jane Austens "Stolz und Vorurteil“ erinnert. Ein Kragen, der keinen Sport verspricht, sondern den Besuch einer Opernpremiere. Der Rest des Hemdes aber scheint Opern zu hassen und macht seinen übertriebenen Festcharakter durch rote Knöpfe und ein an Geschirrtücher erinnerndes Innenleben zunichte.

Volker Piesczek
© PULS 4 / Gerry Frank

Und wie fühlt sich der Anzug an, der Piesczeks Körper umspannt? Er glänzt um sein Leben und würde am liebsten auf der Verkaufsshow eines Autohauses ins Rennen gehen. Wie konnte es so weit kommen? Hat Piesczek seine Frau mit Victoria Beckham verwechselt? Wollte er nie wieder als Herr Glawischnig angesprochen werden? Oder hat er den Stromlinien-Look von Christian Kern falsch verstanden? Wir können nur raten. Sollte unser Dressman am Wahltag mit ähnlicher Munition bei den Strickpulli-verliebten Grünen auftauchen, fragen wir uns natürlich: Wie wird Alexander Van der Bellen damit fertig werden?

Soeben ist der neue Roman von Ela Angerer erschienen:
"Und die Nacht prahlt mit Kometen“
(Aufbau Verlag, 191 Seiten, € 20,60)

Was meinen Sie? Schreiben Sie mir bitte: angerer.ela@news.at

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