Leben von

Gut zu Fuß

Stilfragen: Ela Angerer schreibt über Statement-Mode

Ela Angerer © Bild: News

"Beim Thema Schuhe geht es nicht um Mode. Es geht um das Eigentliche“, pflegte Diana Vreeland, legendäre „Vogue“- Chefin und einflussreichste Modejournalistin des 20. Jahrhunderts, zu sagen. „Ich hoffe inbrünstig, in einer Stadt zu sterben, in der es einen guten Schuhmacher gibt.“ Wahrscheinlich wäre Vreeland auf der Stelle tot umgefallen, hätte ihr jemand verraten, dass es einmal so etwas wie „Statement-Schuhe“ geben wird. Also Stiefeletten, die so aussehen, als hätten die Künstler Jeff Koons und Erwin Wurm zusammen verbotene Substanzen eingeworfen, um noch schnell ein paar Objekte für die Art Basel rauszupfeffern.

Die elegante Frau von Welt weiß natürlich, dass Schuhe nur dazu da sind, das Outfit und die Silhouette ihrer Trägerin im besten Licht zu zeigen. Inzwischen ist es allerdings oft umgekehrt: Trendsetterinnen investieren in moderne Kunst am Fuß und hoffen, sich ihrer als würdig zu erweisen. Erst gestern habe ich eine Mail von Net-A-Porter bekommen. Das Luxus-Versandhaus empfiehlt mir „die ultimativen Statement-Sandalen“ – Sommerschlüpfer mit Bommeln, Kordeln und lasergeschnittenen Metall-Applikationen, zum Preis eines aufgerüsteten MacBook Air.

Aber mit dem Manifest am Fuß ist es natürlich nicht getan. Mittlerweile gibt es auch „Statement-Sonnenbrillen“, „Statement-Fahrräder“ und „Statement-Kochtöpfe“. Den passenden Mann dazu nennt man „Trophy Man“. Und wenn man erst einmal eine „Statement Power Bank“ zum Aufladen des Handys in den Ausschnitt gesteckt hat wie eine Blume im Frühling, ist man angekommen im Paradies der Trend-Eliten. Man ist dann nicht mehr nur Frau, sondern endlich Teil der Star-Trek-Besatzung. Warum also immer jammern? In jeder Krise liegt auch eine Chance!

Was meinen Sie? Schreiben Sie mir bitte: angerer.ela@news.at

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